Reiseberichte der Familie Unterwurzacher

Südfrankreich

Schusterreise – 12.03. bis 22.03.2022

Gesamtroute 12. bis 22. März 2022

Die Route unserer Reise nach Südfrankreich ...

Gesamtroute:

Kuchl (A) – Chauvet Höhle (F) – Avignon – Camargue – Carcassonne – Lourdes – Ainsa (E) – Espelette (F) – Biarritz – Contis Plage – Dune du Pyla – Eurodisney Paris – Kuchl (A) – 4018 km

VORWORT

Wo sollte nur unsere „Schusterreise“ mit meinen zwei Schwestern Marie-Luise und Margreth sowie meiner Gattin Sonja im Jahr 2022 hingehen? Diese Frage stellte ich voll Erwartung und bekam die nicht unerwartete und wenig aussagekräftige Antwort: Lieber Rupert, mit dir ist es überall schön und wir freuen uns schon gewaltig auf unsere gemeinsame Reise – Egal wohin …

Wirklich allerliebst aber trotzdem nicht gerade hilfreich. Also startete ich wieder einmal meine eigenen Überlegungen, die so oder so ähnlich vonstatten gingen:
– Frankreich wäre wieder einmal schön …
– Vor ca. 12 Jahren waren wir in Lourdes und haben (Sonja) damals literweise das „heilige Wasser“ mit nach Hause genommen und damit seitdem sämtliche Weihwasserbrunnen in der Umgebung regelmäßig befüllt – Nun waren unsere heiligen Wasservorräte aufgebraucht, also beschloss ich, wieder nach Lourdes zu fahren … Diese – für mich logische Feststellung:

Wir haben kein Weihwasser mehr – also fahren wir nach Lourdes

– mag zwar nicht für alle Menschen nachvollziehbar sein und auch meine Schwestern konnten mir in diesem Fall geistig nicht ganz folgen – aber – das Reiseziel Lourdes war trotzdem in Ordnung …

P.S.: Als wir gerade vor unserem Haus das Wohnmobil einräumen, kommt unser neuer Pfarrer Naidu vorbei. Im lässigen Smaltalk fragte ich spaßhalber, ob ich ihm Lourdeswasser mitnehmen soll. In seiner freundlichen Art und zu meiner Überraschung bejaht Pfarrer Naidu dies und meint, dass ich soviele Liter wie nur irgendwie möglich, des begehrten Wassers mitbringen sollte … – das wird eine Schlepperei werden …

Daten:
– Österreich: 8,97 Mio. Einwohner, 83.882 km2 Fläche, 107 Einwohner/km2, Wien;
– Schweiz: 8,63 Mio. Einwohner, 41.285 km2 Fläche, 208 Einwohner/km2, Bern;
– Frankreich: 67,80 Mio. Einwohner, 632.733 km2 Fläche, 123 Einwohner/km2, Paris;
– Spanien: 47,10 Mio. Einwohner, 505.970 km2 Fläche, 94 Einwohner/km2, Madrid;
– Deutschland: 83,23 Mio. Einwohner, 367.588 km2 Fläche, 233 Einwohner/km2, Berlin;

Reisevorbereitung:
– Sommertour Frankreich 2010
– Womo-Verlag: – Mit dem Wohnmobil durch die Pyrenäen
– Womo-Verlag: – Mit dem Wohnmobil an die französische Atlantikküste

Tag 1
SA. 12.03.2022
Vormittag: Sonnig + 12° C
Nachmittag: Sonnig + 16° C
Autobahnvignette Schweiz: € 39,--
Autobahnmaut Frankreich: € 12,40
Abfahrt: 08:30 Uhr - Ankunft: 19:26 Uhr
Reisezeit: 11 Stunden 56 Minuten
Kuchl (A) - Lac des Dronieres (F)
0 - 759 km
Abfahrt beim "Schwarzeibauern" in Golling

Es ist schön, wieder mit meinen drei Damen bei unserer traditionellen „Schusterreise“ unterwegs zu sein. Schusterreise deshalb, weil wir (meine Schwestern Marie-Luise und Margreth, sowie Sonja und ich Rupert) – wenn möglich – jedes Jahr eine gemeinsame Reise unternehmen. Alle zusammen gehören wir zur „Schusterfamilie“ Unterwurzacher in Kuchl …

Über München geht es Richtung Vorarlberg, durch die Schweiz und wir erreichen am Abend nach problemloser Fahrt sogar unser Zielland Frankreich …

Zur Stellplatzsuche geht es dann runter von der Autobahn. Die derzeitigen Dieselpreise in Frankreich sind mehr als ambitioniert: € 2,249 – Bei Volltankung nähert man sich da schon mal der € 200,– Grenze …

Wir lassen uns dadurch aber nicht unsere gute Laune verderben und finden über die App park4night einen wunderbaren Stellplatz an einem kleinen See. Der eigentliche Stellplatz ist derzeit gerade in Arbeit und wird sicherlich später etwas kosten – wir stellen uns daher an der gegenüberliegenden Seite des Sees auf einen Parkplatz mit WC und das sogar kostenlos … 

Parkplatz Lac des Donieres
Parkplatz, kostenlos, WC, Mistkübel
Direkt neben einem kleinen See, asphaltiert
F-74350 Cruseilles, Route des Dronières
GPS: N 46,03994° O 06,12136°
Tag 2
SO. 13.03.2022
Vormittag: Wechselhaft + 12° C
Nachmittag: Bewölkt + 15° C
Autobahnmaut Lac Donierers - Chauvet: € 35,90
Autobahnmaut Chauvet - Avignon: € 7,--
Abfahrt: 09:30 Uhr - Ankunft: 18:46 Uhr
Reisezeit: 09 Stunden 16 Minuten
Lac les Dronieres - Chauvet Höhle - Avignon
759 - 1082 - 1174 km (415 km)
Lac les Dronieres - Übernachtungsplatz
Grotte Chauvet 2
Nachgebaute Höhle (Prospektbild)
Drei vermummte Mädels (Coronamaßnahmen) vor der Führung ...
Grotte Chauvet 2

Relativ früh werden wir am Lac des Dronieres wach. Liegt wohl an den vielen angelbegeisterten Franzosen, die den See an diesem Sonntagsmorgen bevölkern. Macht aber gar nichts – ich nütze die Zeit zu einem Spaziergang und anschließend frühstücken wir ausführlich.

Unser heutiges Ziel ist die Chauvet Höhle in der Ardèche. Nicht wirklich die Höhle selber, sondern der beeindruckende Nachbau, der historischen Höhle: Grotte Chauvet 2. Diese bildet einen Teil der Originalhöhle nach, um die dortigen bis zu 36.000 Jahre alten – Höhlenmalereien einem breiten Publikum in einer möglichst authentischen Umgebung zeigen zu können, ohne die Originale zu gefährden.

Nach gut 323 Kilometern erreichen wir das Besucherzentrum kurz nach Mittag.  Ausgerüstet mit Audioguides starten wir die ca. 50 Minuten dauernde, geführte Besichtigung.  Die Grotte Chauvet-Pont-d’Arc, im Departement Ardèche (Südfrankreich), zeigt die ältesten, bis heute bekannten Höhlenmalereien, die vor ca. 36.000 Jahren entstanden sind. Die Malereien stellen Pferde, Löwen, Rhinozerosse und hunderte weitere Tiere dar. Insgesamt sind es 15 verschiedene Arten. Sie wurden mit rotem Ocker oder Feuersteinen in die Höhlenwände eingraviert oder mit Kohle auf die Wände gezeichnet bzw. geritzt. Am 22. Juni 2014 wurde die Grotte in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen. Detailgetreue Nachbildungen der prähistorischen Zeichnungen, Fußabdrücke, Knochenfundstücke und magische Lichtinszenierungen geben einem das Gefühl, in einer echten Höhle zu sein – mehr als beeindruckend, dieser weltweit größter Höhlennachbau!

Nach der Führung geht es weiter in die Galerie des Aurignaciens. Hier helfen Filme und Touchscreens die Wollnashörner, Mammuts und Riesenhirsche zu entdecken. Wirklich gut gemacht das Ganze – kein Wunder, dass der Bau des gesamten Areals ca. 55. Millionen Euro gekostet hat …

Grotte Chauvet 2
Eintritt: € 17,– pro Person
GPS: N 44,40606°   O 4,43140°
Fotografieren in der Höhle nicht erlaubt (Bilder daher teilweise aus dem Internet)

Link:
https://de.grottechauvet2ardeche.com/

Wenn ich ehrlich bin, bringe ich nicht einmal ansatzweise so naturgetreue Zeichnungen zustande, wie wir sie gerade in der Chauvet-Höhle gesehen haben. Tief beeindruckt – auch meinen Schwestern hat es richtig gut gefallen – fahren wir nach der Höhlenbesichtigung ca. noch 100 Kilometer weiter nach Avignon. Hier wollen wir heute auf einem Campingplatz übernachten. Das Einchecken funktioniert problemlos und die nette Dame an der Rezeption gibt uns noch Tipps für den morgigen Besuch von Avignon …

Nach einem guten Abendessen feiern wir im Wohnmobil zusammen ein bisschen unsere Familie …

Kleine Familienfeier ...
Ca. 30 Minuten zu Fuß ins Stadtzentrum
€ 32,24 pro Nacht inkl. Strom
F-84000 Avignon, 10 chemin de la Barthelasse
GPS: N 43,95683° O 4,80220°
Tag 3
MO. 14.03.2022
Vormittag: Bewölkt + 15° C
Nachmittag: Bewölkt + 18° C
Stadtbesichtigung Avignon
Beginn: 08:45 Uhr - Rückkehr: 14:00 Uhr
Ausflugszeit: 5 Stunden 15 Minuten
Weiterfahrt in die Camargue
Abfahrt: 14:45 Uhr - Ankunft: 19:42 Uhr
Reisezeit: 4 Stunden 57 Minuten
Avignon - Camargue - Carcassonne
1174 - 1254 - 1460 km (286 km)
Avignon
Eis in Avignon ...

Sonja und ich waren schon einmal in Avignon, aber damals parkten wir unser Wohnmobil auf einem unbeaufsichtigten Platz am Rande der Stadt, auf dem uns eingeschlagene PKW-Seitenfenster ein ungutes Gefühl bereiteten. Mit diesem unguten Gefühl beschränkten wir die Besichtigung von Avignon auf ein Minimum und das war schade. 

Bei unserer jetzigen Reise wissen wir unser Wohnmobil auf dem Campingplatz in sicherem Gewahrsam und so schlendern wir unbesorgt entlang der Rhône zur berühmten Brücke Pont Saint-Bénézet auch Pont d’Avignon genannt. Auch das berühmte Lied Sur le pont d’Avignon  – über das Wahrzeichen der Stadt – bringen wir gemeinsam noch auf die Reihe, bevor wir ins Stadtzentrum weiter spazieren …

Wir betreten die Stadt der Päpste durch eines der großen Stadttore. Zur Stärkung genehmigen wir uns ein Eis, schlendern durch das Stadtzentrum, besuchen den Papstpalast und genießen ein hervorragendes Mittagessen im Zentrum …

Camargue
Rosa Flamingos in der Camargue ...

Nach dem Auschecken am Campingplatz von Avignon geht es weiter in die Camargue. Mein Ziel ist Saintes-Maries-de-la-Mer an der Mittelmeerküste. Sonja und ich haben dort schon einmal auf einem Stellplatz direkt am Meer übernachtet und auch das Städtchen, das durch die Zigeunerwallfahrt berühmt wurde, ist ebenfalls sehenswert …

Auf dem Weg dorthin durchqueren wir im Süden der Provence die Camargue – Ein Sumpfgebiet mit den typischen schwarzen Stieren, den weißen Pferden und Flamingos …

Reitausflug auf weißen Pferden in der Camargue ...

Am Nachmittag erreichen wir Saintes-Maries-de-la-Mer – hier hat sich doch einiges seit unserem letzten Besuch geändert: Viele Wohnmobil-Verbotsschilder und auch der ehemalige Stellplatz direkt am Meer ist völlig umgebaut und – jetzt im März gesperrt ….

Tja, dann halt nicht – weil wir auch keinen anderen Stellplatz finden, auf dem wir übernachten könnten, beschließen wir, gleich nach Carcassonne weiter zu fahren.

Vorher genießen wir noch bei einem kleinen Spaziergang die Luft und das stürmische Meer …

Stürmisches Meer in Saintes-Maries-de-la-Mer
Abendessen in Carcassonne

Kurz vor 20:00 Uhr stellen wir unser Wohnmobil auf dem eigenen Stellplatz vor der Altstadt von Carcassonne ab und nützen den Abend zu einem Spaziergang in dem – zu dieser Zeit – fast menschenleeren historischen Zentrum. Mit einem leichten Abendessen und typischen Gerichten aus der Gegend lassen wir den Tag ausklingen, bevor wir uns auf dem Rückweg fast gar nicht vom beeindruckenden Bild der beleuchteten Stadtmauern losreißen können …

Carcassonne bei Nacht ...
Stellplatz Carcassonne
Geschotteter offizieller Stellplatz für Wohnmobile und Reisebusse, Mistkübel, WC, ca. 10 Minuten ins Zentrum zu Fuß
Wir zahlten € 10,50 am Automaten
F-11000 Carcassonne, Chemin de Montlegun 13 - 15
GPS: N 43,20523° O 2,37473°
Tag 4
DI. 15.03.2022
Vormittag: Regen, stürmisch + 14° C
Nachmittag: Bewölkt + 14° C
Abfahrt: 14:00 Uhr - Ankunft: 18:40 Uhr
Reisezeit: 04 Stunden 40 Minuten
Carcassonne - Lourdes
1460 - 1709 km (249 km)
Windig in Carcassonne ...
Die große Burg und die kleinen "Schustergeschwister" ,,,
Carcassonne

Ein Ausflug nach Carcassonne gleicht einer Zeitreise. In dieser eindrucksvollen Festungsanlage lebten im Mittelalter bis zu 4.000 Menschen. Heute flanieren hier die Touristen – so wie wir, die wir bei teilweise stürmischen Wetter, die im 19. Jahrhundert durch den berühmten Viollet-le-Duc vortrefflich restaurierten Gemäuer, bestaunen. 

Ganz genau nehmen wir die im 12. Jahrhundert errichtete Burg der Grafen von Trencavel (Eintritt: € 9,50 pro Person) und die architektonisch beeindruckende Basilika Saint-Nazaire unter die Lupe. Aber jetzt genug von der Geschichte der immer wieder heiß umkämpften Stadt. Uns gefallen die 3 Kilometer lange Ringmauer mit ihren gezählten 52 Wehrtürmen und vor allem die engen Gassen von Carcassonne.

Nachdem wir uns auch noch außerhalb der Stadtmauern den mystischen Friedhof angesehen haben, geht die Fahrt nun weiter nach Lourdes …

Zwischengeschichtl – Susi ist immer schuld …

Stammleser kennen „Susi“ unser Navi, das uns schon mindestens in dritter Generation durch Europa leitet und begleitet. Ich muss gestehen, dass ich mit Susi in der langen, gemeinsamen Zeit eine Art von Beziehung aufgebaut habe. Nichts Sexuelles aber doch eine gewisse Art von Vertrautheit – wir haben uns aneinander gewöhnt und mir würde etwas abgehen ohne Susi.

Sonja – meine Angetraute – meint, dass diese Beziehung mit Susi – durch die zwei neuen, eingebauten Navis im neuen Privat-PKW und auch im neuen Wohnmobil – schnell ein Ende findet. Aber nicht mit mir . denn das kann man überhaupt nicht vergleichen: Die sprechen ganz anders, geben ganz andere Kommandos und sagen mir ganz andere Routen an – ich habe deren Ton abgestellt und bleibe bei meiner Susi!

Und deshalb hat meine Susi auch im neuen Wohnmobil ihren angestammten Platz wieder bekommen – wir halten zusammen. Allerdings muss ich aber auch sagen, dass unsere Susi – so wie jedes Wesen – ihre negativen Seiten hat. Ab und zu ist sie unkonzentriert und lotst uns in enge Gassen, auf unfahrbare Feldwege oder immer enger werdende Bergstraßen, oder gar auf unnötige Umwege. Natürlich ist dann immer Susi schuld – wer sonst?

So auch dieses Mal auf der Fahrt nach Lourdes. Wir sind auf Landesstraßen unterwegs und irgendwann denke ich mir, dass wir in die falsche Richtung fahren. Die Kontrolle auf dem Handy und Google-Maps bestätigt leider meine Vermutung. Weil wir aber dadurch auf einen Bio-Bauern-Käseladen stoßen und dort herrliche Köstlichkeiten einkaufen, bin ich Susi nicht wirklich böse und der kleine Umweg stört uns nicht allzu sehr …

Kurz vor Lourdes – wir haben einen Campingplatz per GPS-Koordinaten als Ziel eingegeben – sagt Susi zu meiner Verwunderung (wir sind noch ein paar Kilometer von der Stadt entfernt …), ich solle von der Landesstraße in eine enge Seitengasse abbiegen. Folgsam, wie ich nun einmal bin, gehorche ich und fahre kurz darauf eine steile, lange und enge Auffahrt hoch, biege um eine noch engere Kurve und denke mir noch schwitzend: Wo – um Gottes Willen – soll denn hier ein Campingplatz sein???

Als ich noch einmal – unter einem Baum mit tiefhängenden Ästen um eine weitere enge Kurve biege und in einer Hofeinfahrt zum Stehen komme und nicht mehr weiter kann, sowie einen großen, bellenden Hund auf mich zulaufen sehe – bin ich mir sicher: Hier ist kein Campingplatz!!!

Bitte wenden – eh klar: Susi ist wieder einmal schuld!

Wie soll ich hier wieder rauskommen? Retour komme ich um die engen Kurven und in diesen engen Straßen ohne Schaden fast sicher nicht mehr heraus. Und das Fahrzeug wenden? Kein Platz – Haus, Baum, Hund und Fahrzeuge stehen im Wege …

Da kommt ein leicht kopfschüttelnder Hausbesitzer auf mich zu und … lächelt – ein gutes Zeichen. Er parkt zwei seiner Fahrzeuge um und hilft mir zusammen mit meiner allerliebsten Gattin beim millimetergenauen Umdrehen. Meine zwei Schwestern auf den hinteren Rücksitzen haben Redeverbot – ich bin so schon leicht nervös und schwitze wie in der Sauna.

Dank der genauen Kommandos des netten Franzosen und meiner Sonja schaffen wir es ohne gröbere Schäden das Wohnmobil doch zu wenden. Als wir wieder wohlbehalten auf der Landstraße sind, gehe ich der Sache auf den Grund …

Irgendwer – könnte auch ich gewesen sein – hat bei der Eingabe der Koordinaten übersehen, dass wir nicht mehr „Osten“ sondern jetzt „Westen“ in das Navi eingeben müssen – Entschuldigung Susi …

Durch unser Navi „Susi“ kommen wir ab und zu in Gegenden, die wir sonst nie zu Gesicht bekommen hätten …

Mit den richtigen Koordinaten erreichen wir dann ein paar Kilometer weiter ohne weitere Probleme den Campingplatz Berger.

Nachdem wir uns frisch gemacht haben, begeben wir uns zu Fuß zum etwa 4 Kilometer entfernten heiligen Bezirk von Lourdes.

Lourdes
Lourdes - heiliger Bezirk

Mit den richtigen Koordinaten erreichen wir dann ein paar Kilometer weiter ohne weitere Probleme den Campingplatz Berger.

Nachdem wir uns frisch gemacht haben, begeben wir uns zu Fuß zum etwa 4 Kilometer entfernten heiligen Bezirk von Lourdes.

Auch hier waren Sonja und ich bei unserer Sommerreise 2010 – damals herrschte ein unbeschreiblicher Besucheransturm. Dieses Mal – es ist schon gegen 21:00 Uhr – ist es im Vergleich zu damals, fast menschenleer, ruhig und still. Umso beeindruckender ist dieser Ort für uns. Ich fühle Gänsehaut und meinen Damen ergeht es ähnlich, glaube ich zumindest. Die Stimmung ist eigenartig, irgendwie nicht zu beschreiben und ich bin mir fast zu hundert Prozent sicher, dass man gar nicht katholisch sein muss, um  an diesem Ort etwas besonderes zu spüren, was immer das auch für jeden persönlich bedeuten mag ..

Stärkung für den Heimweg ...

War es bei unserem letzten Besuch in Lourdes so, dass uns die vielen kranken, aber positiv gestimmten Menschen beeindruckt hatten – so war es dieses Mal die Stille, die Ruhe und die Stimmung, die uns nachdenklich und schweigsam gemacht hat.

Wir verlassen den heiligen Bezirk und finden eine Pizzeria, wo unsere Redseligkeit und auch der Hunger zurück kehrt, bevor wir uns wieder auf den Heimweg zu unserem Wohnmobil machen …

Wiesenstellplätze, WC, Dusche, Mistkübel, V/E, Taxi
Preis pro Nacht: € 16,-- (inkl. Strom), ca. 4 km vom Zentrum Lourdes entfernt
F- 65100 Lourdes, 2 Rte de Julos
GPS: N 43,10458° W 0,03282°
Tag 5
MI. 16.03.2022
Vormittag: Bewölkt + 13° C
Nachmittag: Bewölkt + 16° C
Besichtigung Lourdes - heiliger Bezirk
Beginn: 08:15 Uhr - Rückkehr: 14:45 Uhr
Ausflugszeit: 06 Stunden 30 Minuten
Weiterfahrt nach Ainsa - Spanien
Abfahrt: 15:08 Uhr - Ankunft: 18:11 Uhr
Reisezeit: 03 Stunden 03 Minuten
Lourdes (F) - Ainsa (E)
1709 - 1854 km (145 km)
Lourdes ...
Drei Türme - drei Damen ...
Lourdes

Nach einer ruhigen Nacht auf dem Campingplatz Berger besuchen wir noch einmal Lourdes, das einer der weltweit am meisten besuchte Wallfahrtsort ist. Die Wallfahrt nach Lourdes begann mit einer Serie von insgesamt 18 Marienerscheinungen der Bernadette Soubirous vom 11. Februar bis zum 16. Jul 1858.

Auch heute ist ziemlich ruhig, der Besucheransturm überschaubar. Durch Corona hat Lourdes erst vor ein paar Wochen wieder aufgesperrt und wir dachten, es wäre deshalb genauso überlaufen, wie in früheren Tagen – Fehlanzeige. Auch die hunderttausend Souvenirläden,  die uns schon beim ersten Besuch eher an einen Riesenjahrmarktspektakel erinnert haben, sind mindestens zur Hälfte geschlossen. Das Gute an Lourdes ist, dass sich die vielen Geschäfte und Lokale alle außerhalb des „Heiligen Bezirkes“ befinden – betritt man diesen, kehrt Ruhe und Besinnung ein.

Wir besuchen die verschiedenen Kirchen und eine hl. Messe, die Grotte, zünden für unsere Familie(n) Kerzen an, genießen die Ruhe, die Stille und den Ort. Zum Abschluss muss Sonja natürlich literweise das Lourdeswasser in die vorher gekauften Kanister auffüllen. Sonja verschenkt das nasse Gut an Verwandte, Bekannte und auch der Kuchler Pfarrer Naidu wartet auf ein paar Liter …

Schwerbepackt treten wir dann nach dem Mittagessen in einem Straßenlokal in Lourdes, den Heimweg an …

Zwischengeschichtl – Kursänderung …

Hatte ich im Vorjahr bei unserer Schusterreise nach Ungarn meine Schwestern gänzlich damit überrascht, wohin wir fahren und was wir uns anschauen werden – habe ich dieses Mal die Reise genau geplant, die Route mit ausführlichen Information zu unseren Zielen ausgedruckt und meine Schwestern wussten genau, wohin die Reise geht …

Nach dem Lourdesbesuch war geplant, dass wir in Richtung Espelette und Biarritz weiterfahren, die Düne de Pyla besuchen und anschließend über Colmar im Elsass gemütlich wieder nach Hause gondeln …

Vor der Weiterfahrt fiel mir nun aber ein, dass wir vor einiger Zeit gar nicht so weit entfernt (höchsten 150 km), in einem wunderbaren Lokal, in einem wunderschönen Ort ein gar köstliches Abendessen eingenommen hatten. Sonja und ich waren damals aus Barcelona kommend, zufällig im spanischen Bergdorf Ainsa in den Pyrenäen gelandet. 

Von diesen guten Erinnerungen trennten mich also nun nur 150 km Bergstraße und ein Bergpass auf 1825 Meter Höhe (Grenzübergang: Tunnel d’Aragnouet-Bielsa) – und weil wir durch die Nichtübernachtung in der Camargue eh quasi einen Tag gewonnen hatten und weil ich in solchen Sachen oft ziemlich spontan bin – sagte ich nichts, freute mich heimlich und fuhr einfach los in Richtung Spanien …

Grenzübergang nach Spanien auf 1825 Meter Höhe - auf den Bergen: Saharasand
Spanisches Bergdorf Ainsa in den Pyrenäen ...
Ainsa

Die Straße schlängelt sich in den Pyrenäen den Berg hoch. Auf den über 2500 Meter hohen Gipfeln liegt Schnee und ein komisch, brauner Belag – Saharasand. Auf dem 1825 Meter hoch gelegenen Pass ist neben der Straße alles noch voller Schnee – kein Wunder, wir haben erst Mitte März und die Gräben sind voll mit Lawinen …

Erst beim Grenzübergang merken meine Schwestern, dass wir durch den 3 Kilometer langen Tunnel nach Spanien fahren. Ich erkläre ihnen meine Beweggründe und weil sie mich eh schon lange genug kennen und auch in unserem Alter ein bisschen Überraschung nicht schadet, freuen sie sich zusammen mit mir auf einen kurzen Abstecher nach Spanien …

Auf der spanischen Seite geht es gut 40 Kilometer bergab nach Ainsa. Oberhalb der Altstadt befindet sich ein großer Parkplatz, auf dem man auch übernachten kann. Weil es schon Abend wird, machen wir uns gleich auf, die mittelalterliche Altstadt von Ainsa zu erkunden …

Zwischengeschichtl – Spanische Gastfreundschaft …

Jetzt war auch in Ainsa wesentlich weniger los, als damals im Hochsommer. Wir saßen vor dem Lokal auf dem großen, gepflasterten Dorfplatz und ließen uns eine heimische Knoblauch-Brotsuppe, eine köstliche Paella mit Meeresfrüchten und einen spanischen Pudding schmecken.

Dieses Mal sind fast alle Lokale geschlossen und auch „unser“ Restaurante Bodegón de Mallacán macht einen eher tristen Eindruck. Trotzdem betreten wir das Lokal. Nur im Vorhaus brennt Licht, alle anderen Räume sind finster. Ich will schon fast wieder umdrehen, da geht Margreth runter in den Keller und ruft „Hallo“. Auf einmal steht der Wirt hinter ihr, begrüßt sie herzlich und die Beiden kommen zusammen die Treppe hoch. Unsere Frage, die wir zusammen in Deutsch, Englisch und halbwegs Französisch stellen:  „Ob das Restaurant geöffnet und ob wir eventuell etwas zum Abendessen bekommen würden … “ wird im perfekten Spanisch folgendermaßen beantwortet (zumindest haben wir die Laute und heftigen Gesten des Mannes so gedeutet): „Ja, selbstverständlich – kein Problem – es dauert nur ein bisschen, bis er seine Angestellten angerufen hat und das Essen zubereitet hat – herzliche Willkommen – er freut sich gigantisch über Gäste auch in der Nebensaison …!“ Mit diesen Worten schob er uns ins Lokal, schaltete sämtliche Lichter ein und ließ uns einen Tisch aussuchen …

Jetz saßen wir also mutterseelenalleine auf Holzstühlen mit diversen spanischen Wappen in diesem urigen Lokal. An der Wand hängen lauter alte Fotos mit  spanischen Königen und internationalen Filmstars, aber auch viele alte Bilder aus der Gegend. Eine Ritterrüstung bewachte viele  Urkunden sowie Auszeichnungen und den Abgang in eine weitere Gaststube.

Obwohl wir alleine sind, fühlen wir uns wohl. Der Wirt bringt vorerst eine Karaffe voll Wasser und Gläser. Nach ca. 15 Minuten erscheinen zwei junge, fesche Spanierinnen und bedienen uns. Wir lassen es uns wirklich gut gehen: Lammkotletts, Wildragout, irgendein Fischfilet, ein Braten, herrliche Nachspeisvarianten und ein guter Wein bereiten uns ein vorzügliches Abendessen.

Weil ich in fremden Ländern immer sehr experimentierfreudig beim heimischen Essen bin – bestellte ich als Vorspeise Froschschenkel: Hatte ich noch nie, wollte ich einmal probieren – sie schmeckten gar nicht schlecht, aber hätte ich da schon gewusst, was ich leider erst später googelte – nämlich die tierverachtende Aufzucht und Tötung der kleinen Frösche – hätte ich und werde ich auch sicherlich nie wieder, diese Speise nicht bestellt!!

Trotzdem verbrachten wir einen wirklich unvergesslichen Abend mit extrem netter Bedienung und wirklich gutem Essen. Der Preis von ca. € 200,– für alle vier Personen war absolut angebracht. Ob man diese spanische Gastfreundschaft auch bei uns finden würde? Entgegen anderer Bewertungen würde das Lokal von mir fünf Sterne bekommen …

Margreth findet den Wirt und wir erleben einen unvergesslichen Abend mit spanischer Gastfreundschaft …

Ich werde aus tierschutzrechtlichen Gründen nie wieder Froschschenkel essen …

Stellplatz Ainsa
Parkplatz, Schotter
Kostenlos, Mistkübel, WC an der Stadtmauer, € 6,-- für 24 h
E-22330 Ainsa
GPS: N 42,410904° O 0,13417°
Tag 6
DO. 17.03.2022
Vormittag: Regen + 9° C
Nachmittag: Bewölkt + 11° C
Abfahrt: 09:50 Uhr - Ankunft: 18:10 Uhr
Reisezeit: 08 Stunden 20 Minuten
Ainsa (E) - Espelette (F) - Biarritz
1854 - 2113 - 2140 km (286 km)
Durch den Tunnel geht es wieder nach Frankreich zurück ...
Zwischenstation - Espelette
Espelette

Nach einem guten Frühstück mit spanischem Baguette fahren wir durch ein schönes spanisches Tal  in Richtung Espelette. Die Grenze zu Frankreich passieren wir wieder durch einen Tunnel.

Wir treffen am Nachmittag in Espelette ein. Das Dorf ist berühmt für seinen Paprika, der ursprünglich aus Amerika stammte und dessen Anbau im 17. Jahrhundert begann. Rund um Espelette lieben und zelebrieren die Bewohner ihre eigene Chili-Sorte: Den Piment d’Espelette. Der edle und kostbare Chili begeistert mit seiner besonders aromatischen, leicht rauchigen Note Spitzenköche und Gourmets auf der ganzen Welt. Der Name Piment d’Espelette ist regional geschützt. Ihn darf das exklusive Gewürz nur dann tragen, wenn es in Frankreich und in eine Glasverpackung abgefüllt wird.

Wir spazieren durch den Ort, der völlig auf das berühmte Gewürz ausgerichtet ist, machen eine Verkostung, besuchen eine Chocolaterie und kaufen selbstverständlich in Massen ein …

Stürmische Begrüßung in Biarritz am Atlantik ..
Beliebtes Fotomotiv ...
Biarritz

Nun ist es nicht mehr allzu weit nach Biarritz, dem eleganten Seebad an der baskischen Küste im Südwesten Frankreichs. Der Atlantik empfängt uns mit stürmischem Wetter und ebensolchen Wellengang. Ein imposantes Naturschauspiel, das wir gerne beobachten.

Nach dem Spaziergang am Meer, machen wir es uns im Wohnmobil gemütlich. Wie bereits vor der Reise ausgekundschafttet, checken wir im Süden der Stadt auf einem offiziellen Stellplatz ein. 

Nach dem fürstlichen Abendessen gestern in Ainsa in Spanien, gibt es heute heimische Kost mit Wachteleiern vom Schwarzenbacherbauern in Golling/Torren.

Mit einer guten Tasse Kaffee lassen wir den Tag ausklingen …

Stellplatz Aire Municipale Milady
Asphaltiert, öffentliches WC am Stand (ca. 5 min.), ca. 2,7 km in die Stadt,
€ 13,-- für eine Nacht am Automaten zu bezahlen.
F-64200 Biarritz, Rue de Madrid 65,
GPS: N 43,66587° W 1,57164°
Tag 7
FR. 18.03.2022
Vormittag: Bewölkt + 12° C
Nachmittag: Bewölkt + 15° C
Stadtbesichtigung Biarritz
Beginn: 10:00 Uhr - Rückkehr: 15:10 Uhr
Ausflugszeit: 05 Stunden 10 Minuten
Stadtbesichtigung Biarritz
Abfahrt: 15:20 Uhr - Ankunft: 18:40 Uhr
Reisezeit: 03 Stunden 20 Minuten
Biarritz - Contis Plage
2140 - 2232 km (92 km)
Strand von Biarritz
Vogelfelsen in Biarritz
Biarritz

Bekannt wurde Biarritz im 19. Jahrhundert, als Vertreter des europäischen Hochadels das Fischerdorf als Urlaubsort für sich entdeckten. Zudem ist die Stadt mit ihren langen Sandstränden bei Surfern sehr beliebt.

Das Wahrzeichen von Biarritz, das Rocher de la Vierge, ist ein Felsenriff, auf dem eine Statue der Jungfrau Maria steht. Das Riff ist über eine Fußgängerbrücke zu erreichen, die einen Panoramablick auf den Golf von Biskaya bietet.

Genau das und noch vieles mehr erkundigen wir zu Fuß, besuchen die Innenstadt, geniessen ein gutes Essen in der Nähe der Markthalle, bestaunen Meer, Wellen, Badende, Vögel und Surfer, kaufen ein paar Souvenirs und freuen uns über die sehenswerte Stadt …

Am Nachmittag fahren wir weiter in Richtung Norden zum schönen Stellplatz am Contis Plage, mit einem Leuchtturm und einem kilometerlangen Sandstrand – ein Tipp von Edith aus dem Forum: Mobile Freiheit – herzlichen Dank dafür!

Stellplatz Contis Plage
Geschottert, öffentliches WC bei der Kirche, V/E, Mistkübel, ca. 7 Minuten zum Strand
€ 9,-- für eine Nacht am Automaten zu bezahlen.
F-40170 Saint-Julien-en-Born,
GPS: N 43,66587° W 1,57164°
Tag 8
SA. 19.03.2022
Vormittag: Sonnig + 20° C
Nachmittag: Sonnig + 22° C
Abfahrt: 09:00 Uhr - Ankunft: 21:15 Uhr
Reisezeit: 12 Stunden 15 Minuten
Contis Plage - Dune du Pyla - Eurodisney Paris
2232 - 2320 - 3008 km (776 km)
Feuerwehrkameraden im Einsatz ...
Weg zur Dune du Pyla ...
Dune du Pyla

Nach einem Morgensparziergang machen wir uns heute vom Contis Plage auf, um die ca. 90 Kilometer entfernte größte Düne Europas zu besteigen. Auf dem Weg dahin, beobachten wir noch französische Feuerwehrkollegen bei der Arbeit …

Die „Dune du Pyla“ ist ca. 2,7 km lang, 500 m breit und ca. 117 m hoch und wirklich ein Naturerlebnis. Ich glaube, seit unserem ersten Besuch im Jahre 2010 ist sich noch gewachsen. Damals bestiegen wir den höchsten Sandberg Europas über eine Metallstiege und das war schon anstrengend genug. Jetzt fehlen diese im Sand liegenden Stiegen (Vorsaison …) und der Aufstieg ist wirklich, wirklich mehr als anstrengend. Hatte ich im Vorfeld meinen älteren Schwestern noch gutgemeinte Ratschläge gegeben, so kämpfe ich jetzt wirklich mit dem steilen Sandberg. Bei jedem Schritt rutscht man wieder dreiviertel der vorher erreichten Höhe zurück. Begleitet von mehr oder weniger motivierenden Zusprüche meiner allerliebsten Ehegattin, die natürlich schon lange als leichteste und jüngst schon lange oben ist, schaffe ich es dann doch und erreiche erschöpft aber glücklich den „-Gipfel“.

Ich erhole mit relativ schnell wieder von den Strapazen und genieße den Ausblick, der immer immer noch gigantisch ist: Auf de einen Seite kilometerlange Pinienwälder – auf der anderen Seite Unmengen von Sand und das Meer …  

Extrem steil geht es auf den größten Sandhaufen Europas ...
Der Abstieg ist im Gegensatz zum Aufstieg das reinste Vergnügen ...

Beim herrlichen Abstieg – der total an einem lässigen Rutsch über ein Schneefeld erinnert – ist die Welt für mich wieder in Ordnung.

Schön langsam müssen wir an die Heimfahrt denken. Also rein ins Wohnmobil und auf geht es in Richtung Heimat …

Zwischengeschichtl – Überraschung …

Sonja und ich und auch unsere Kinder samt Anhang sind ja bekennende Eurodisney-Fans. Das mag jetzt nicht jeder verstehen, ist uns aber wurst, quasi egal. Wenn uns früher auf den Campingplätzen dieser Welt (eigentlich Italien, Kroatien und Österreich), meist deutsche Zeitgenossen erklärten, sie kämen schon zum x-ten Mal hierher auf den jeweiligen Campingplatz – so könnten wir von Eurodisney Paris gleichfalls behaupten, wir kommen schon zum 8ten, 9ten oder gar 10ten Mal hierher, irgendwann habe ich den Überblick verloren. Wirklich war und kein Schmäh wir stehen dazu …

Jetzt gehören meine zwei Schwestern eher zu der Gattung, die sich nichts – wirklich überhaupt nichts, aus solchen Vergnügungsparks machen und Disney-Filme schauen sie sich auch nicht an. Ob dies begründet ist oder aus Gründen des fortschreitenden Alters ist, kann ich nicht sagen. Ich glaube, dass viele Menschen Disneyland mit normalen Autodrom Geschäften oder ähnlichem verwechseln und das entspricht einfach nicht der Realität. Für uns ist Eurodisney Paris einfach ein Erlebnis, Erinnerungen aus der Kindheit unserer Kinder, und die Gestaltung, der Aufbau und die verschiedenen Attraktivitäten sind einfach nur der Hammer. Wenn ich nur an die Piraten der Karibik, Big Thunder Mountain, das Geisterhaus, Roller Coaster, Captain Nemo und was weiß ich noch alles denke – komme ich ins Schwärmen. Und da spreche ich noch gar nicht vom Feuerwerk, Lasershow, Buffalo-Bill-Show, vom Schloss und den sonstigen Sehenswürdigkeiten in den zwei Themenparks …

Aber egal – ich will niemanden bekehren und bekomme auch kein Geld dafür. Jetzt hätte  ich zwar schon bei einer unserer Schusterreisen den Versuch unternommen, zusammen mit meinen Schwestern Disneyland Paris zu besuchen – stieß aber damals auf wenig Gegenliebe …

Jetzt dachte ich mir, wir liegen gut im Zeitplan und hätten eigentlich noch etwas Zeit übrig – Zeit um Disneyland Paris zu besuchen. Also fuhr ich – wieder einmal ohne etwas zu sagen – in Richtung Paris, quälte mich durch den Abendverkehr der Hauptstadt und checkte – für meine Schwestern relativ überraschend – auf dem Parkplatz/Stellplatz von Eurodisney Paris mit folgender Frage ein: „Liebe Schwestern – Zuerst werden wir hier die Nacht verbringen. Dusche und WC sind vorhanden. Sonja und ich würden gerne das Disneyland besuchen. Für morgen stehen nun mehrere Möglichkeiten zur Auswahl:

  1. Wir besuchen gemeinsam einen der Themenparks, schauen uns am Abend die Jubiläums-Lasershow an und fahren übermorgen gemütlich nach Hause – so schlimm, wie ihr euch das Disneyland im Gedanken vorstellt, ist es sicherlich nicht …
  2. Nur Sonja und ich besuchen Disneyland Paris und ihr macht euch einen gemütlichen Tag mit Lesen und Faulenzen am Stellplatz …
  3. Ihr wollt beides nicht, was natürlich auch verständlich wäre und wir fahren morgen in Richtung Colmar im Elsass weiter …

… eure Entscheidung …

Marie-Luise und Margreth überlegten nicht allzu lange – sind ja meine Schwestern – und sagten zu, wenn sie schon einmal da wären, am nächsten Tag, wagemutig, wie sie nun einmal sind – zu besuchen …

Sonja und ich freuten uns die „Haxn“ (= Beine – Salzburger Redenwendung) aus …

Auf dem Weg nach Eurodisney Paris – Starker Abendverkehr in der Hauptstadt …

Übernachtungsplatz Disneyland Paris
Parkplatz asphaltiert, (neue Wohnmobil-Stellplätze sind in Arbeit)
WC, Duschen, Mülleimer, direkt neben dem Zugang zu den Themenparks
€ 40,-- pro Tag
GPS: N 48,87528 O 2,79612
Tag 9
So. 20.03.2022
Vormittag: Sonnig + 22° C
Nachmittag: Sonnig + 22° C
Eurodisney Paris
Die Welt von Schneewittchen ...
Margreth und Maire-Luise vor dem Big Thunder Mountain
Eurodisney Paris

Ein bisschen skeptisch aber doch mit einer gewissen Vorfreude begeben wir uns zu viert an diesem Sonntagsmorgen zeitig zur Eingangskontrolle von Eurodisney Paris. Die Eintrittskarten habe ich noch am Vorabend über das Internet bestellt. 

Viele Leute sind nicht unbedingt vorteilhaft für meine jüngere Schwester, aber sie schlägt sich tapfer. Die Main Street empfängt uns mit lebhaften Treiben und gibt uns den Blick auf das zentrale Märchenschloss frei. Auch meine Schwestern sind beeindruckt und wir „wagen“ uns für den Anfang in die Welt von Schneewittchen. An das Anstellen bei diesem Besucheransturm muss man sich erst gewöhnen – aber es ist zum Ertragen. 

Wir besuchen zusammen viele Attraktionen, schlendern gemütlich durch die einzelnen Abschnitte, fahren mit der Bahn rund um den Park, lassen es uns bei Kaffee, Eis und Mittagessen gut gehen, und fahren zusammen sogar – was ich meinen Schwestern nie und nimmer zugetraut hätte – mit den Piraten der Karibik, besuchen das Geisterhaus und zum Abschluss wagen die zwei sogar die Fahrt mit dem Big Thunder Mountain!

Nebenbei geben uns Marie-Luise und Margreth noch die Gelegenheit, etwas wildere Attraktionen zu besuchen – Sonja und ich sind sehr dankbar.

Als wir am Abend die Jubiläums-Lasershow samt Feuerwerk zum 30-jährigen Bestandsjubiläum von Eurodisney Paris bestaunen und in die glänzenden Augen meiner Schwestern sehe – weiß ich, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben und einen erlebnisreichen und wunderbaren Tag verbracht haben ..

Übernachtungsplatz Disneyland Paris
Parkplatz asphaltiert, (neue Wohnmobil-Stellplätze sind in Arbeit)
WC, Duschen, Mülleimer, direkt neben dem Zugang zu den Themenparks
€ 40,-- pro Tag
GPS: N 55,65757° E 12,56670°
Tag 10
MO. 21.03.2022
Vormittag: Sonnig + 22° C
Nachmittag: Sonnig + 23° C
Abfahrt: 09:35 Uhr - Ankunft: 21:10 Uhr
Reisezeit: 11 Stunden 35 Minuten
Eurodisney Paris /F)- Raststätte Sindelfingen (D)
3008 - 3617 km (609 km)
Tag 11
DI. 22.03.2022
Vormittag: Sonnig + 24° C
Nachmittag: Sonnig + 24° C
Abfahrt: 09:35 Uhr - Ankunft: 16:50 Uhr
Reisezeit: 7 Stunden 15 Minuten
Raststätte Sindelfingen (D) - Kuchl (A)
3617 - 4018 km (401 km)

Bei der Heimfahrt lassen wir uns Zeit und haben keinen Stress. Langweile kommt trotzdem nie auf – entweder wir haben uns viel zu erzählen oder zu besprechen oder wir erklären Margreth die geographischen Grundkenntnisse dieser Welt. 

Eigentlich glaubt die Mittlere von uns drei Geschwistern das Geheimnis der Himmelsrichtungen mit der Eselsbrücke:
Nicht Ohne Wasser Kochen
zu wissen. Aber dem nach müssten die Himmelsrichtungen ja in der richtigen Reihenfolge folgendermaßen heißen:
Norden – Osten – Westen – Küden
und da muss irgendetwas nicht stimmen … ;-))

Auch Marie-Luises Wort Kreationen halfen uns da nicht maßgeblich weiter: Noden ist oben; „Achtung, es kommt eine Aufwölbung (Bodenschweller)“ oder „nun kommt die Abwöllbung“

Ihr seht: völlig sinnbefreit – aber die Beteiligten hatten viel zu Lachen …

Auf alle Fälle kamen wir nach 11 Tagen wieder froh und wohlbehalten in Kuchl an …

Reise-Resümee: 

Schusterreise Südfrankreich

Weit gefahren, viel gesehen, viel erlebt – so könnte man unsere Schusterreise 2022 nach Südfrankreich kurz zusammen fassen. Aber würde nur zu einem sehr geringen Teil dem Erlebten entsprechen. Klar sind die Sehenswürdigkeiten, die  wunderschönen Landschaften und die vielen verschiedenen Eindrücke ein wichtiger Bestandteil der gemeinsamen Reise – Viel wichtiger sind aber die gemeinsamen Erlebnisse, freudige und nachdenkliche Gespräche, zusammen Lachen, zusammen Philosophieren, zusammen den Tag verbringen, zusammen Blödeln und Spaß haben, ein wenig gegenseitig pflanzen (veräppeln, verarschen …), einander helfen und einander verstehen, einander nicht jede Kleinigkeit übel nehmen – das alles macht unsere Familie aus und das ist gut so …

Nach dieser Reise haben wir wieder viel zu erzählen und können eine weitere gemeinsame Reise in unserem Gedächtnis speichern …