Reiseberichte der Familie Unterwurzacher

Insel Elba

11.06. bis 18.06.2021

Gesamtroute 11. bis 18. Juni 2021

Durch die Bundesländer: Salzburg - Steiermark - Niederösterreich - Burgenland und Oberösterreich

Gesamtroute:

Kuchl (A) – Greve (I) – La Vialla – Piombino – Portoferraio – Seregola-Bucht – Porto Azzurro – Südküste Elba – Marciana – Monte Capanne – Marciana Marina – Halbinsel Enfola – Portoferraio – Piombino – San Galgano – Volterra (I) – Faaker See (A) – Kuchl – 1965 km

VORWORT

Ein neues Wohnmobil und endlich ist die Coronalage derzeit soweit unter Kontrolle, dass man wieder – unter Einschränkungen – reisen kann …

… da „muss“ jetzt unbedingt ein Kurzurlaub her und ich weiß auch schon wohin: Sizilien, Sardinien und Korsika hatten wir in der Vergangenheit bereits besucht, aber die Insel Elba fehlt mir noch in meiner Reisesammlung mit dem Wohnmobil und daher fahren wir jetzt ganz einfach dahin …

Daten:
– Österreich: 8,93 Mio. Einwohner, 83.882 km2 Fläche, 106 Einwohner/km2, Wien;
– Italien: 60,02 Mio. Einwohner, 301.338 km2 Fläche, 199 Einwohner/km2, Rom;
– Elba: 32.000 Einwohner, 224 km2 Fläche, 143 Einwohner/km2, Portoferraio;

 

Reisevorbereitung:
– Womo-Verlag: – Mit dem Wohnmobil in dieToskana und nach Elba
–  Tipps aus verschiedenen Foren

Tag 1
Fr. 11.06.2021
Vormittag: Sonnig + 28° C
Nachmittag: Sonnig + 30° C
Abfahrt: 08:40 Uhr - Ankunft: 19:19 Uhr
Reisezeit: 12 Stunden 39 Minuten
Kuchl (A) - Greve (I)
0 - 677 km
Fahrt durch das Kanaltal in Italien ...
Autobahnausbau vor Florenz ...
... bedeutet mehrere Staus ...

Am Vortag hatte mein Freund und oftmaliger Reisegefährte „Boachei Sepp“ kurzfristig einen „Alte-Herren-Musiker-Stammtisch“ einberufen, dem ich mit Freuden gefolgt bin und der die beste Einstimmung auf unseren Urlaub darstellte. Das war auch mitunter ein Grund, warum wir erst heute, am Freitag in der Früh – ein für uns eher unüblicher Zeitpunkt – unsere Reise nach Italien starten.

Die lange Fahrt verläuft ohne Probleme und bei mäßigem Verkehr über die Tauernautobahn nach Villach und anschließend ins Kanaltal in Italien. Die Strecke von Udine Richtung Venedig und anschließend nach Bologna gibt auf der Autobahn landschaftlich wenig für mich her, kostet insgesamt € 30,30 – ist aber die schnellste Verbindung in die Toskana. 

Weiter geht es über Bologna Richtung Florenz. Die Landschaft wird hügeliger und die früher relativ gefährliche Autobahn wird ständig ausgebaut. Dies bedeutet neben einigen Staus und einer weiteren Maut in der Höhe von € 9,10, aber auch mehr Sicherheit in der Zukunft …

Die Verkehrsverzögerung nerven uns ziemlich wenig: Wir haben ja Urlaub und das neue Fahrzeug – ein Fiat Ducato, Bürstner Lyseo TD 690 G Harmony Line, läuft wie am Schnürrchen. Einmal leuchtet kurz ein Warnleuchte – AdBlue nachfüllen – auf. Kein Problem: 10 Liter Harnstoff an einer Tankstelle um € 15,00 gekauft, vorsichtig eingefüllt und dann kann es schon wieder weitergehen. Ansonsten eine lässige ruhige Fahrt mit dem neuen Wohnmobil. 

Zur Vorsicht habe ich meine „alte Vertraute Susi“ mit an Board. Mein Garmin-Navi 760 Camper hat mir seit Jahren gute Dienste geleistet und ich bin froh, es nicht vorzeitig verabschiedet zu haben – das neue, eingebaute Pioneer-Navi gefällt mir bei weitem nicht so gut – aber auch egal: werden wir halt in Zukunft mit zwei Navis durch die Gegend reisen – schadet ja auch nicht …

Angekommen in der Toskana ...

Unser heutiges Ziel nach genau 677 Kilometern ist Greve im Chiantigebiet, nicht weit entfernt von Florenz. Wir waren schon mehrere Male in diesem Ort mit dem malerischen Ortszentrum und haben fast immer in der Metzgerei Antica Macelleria Falorni eingekauft – aber das hat morgen auch noch Zeit. Zuerst freuen wir uns aber über den kostenlosen Stellplatz am Ortsrand, auf dem wir aus verschiedenen Gründen (Fahrzeugpanne, Durchreise …) noch nie wirklich übernachtet haben – das dürfen wir heute aber nachholen und wir genießen eine gemütliche Nacht mitten in der Toskana …

Area sosta camper di Greve
Gepflasteter Stellplatz
Kostenlos, V/E, Mistkübel, 10 min. Fußweg in den Ortskern
I-50022 Greve
GPS: N 43,59077° O 11,31357°
Tag 2
Sa. 12.06.2021
Vormittag: Sonnig + 29° C
Nachmittag: Sonnig + 31° C
Abfahrt: 10:29 Uhr - Ankunft: 19:29 Uhr
Reisezeit: 09 Stunden
Greve - La Vialla - Piombino - (Fähre nach Elba) - Portoferraio - Seregola-Bucht
677 -743 - 934 -969 km (292 km)
Greve im Chianti
Greve im Chianti
Metzgerei Antica Macelleria Falorni
Fetzenmarkt in Greve
Greve im Chianti

Das neue Wohnmobil hat schon so seine Vorteile – anders wäre es aber auch blöd, weil sonst hätten wir uns ja kein neues kaufen müssten …

Das Reisen ist doch um einiges angenehmer. Die 10 Pferdestärken mehr fallen zwar kaum auf, doch im Fahrzeug ist es während der Fahrt ruhiger als vorher. Viele neue Assistenzsysteme sorgen (hoffentlich) auch für mehr Sicherheit. Eins davon geht mir aber mit Sicherheit jetzt schon auf den Hammer: Im neuen Pioneer-Car-Entertainment kann man während der Fahrt keine Videos mehr sehen und ein CD-Player ist anscheinend sowieso nicht mehr gefragt. Also nichts mit entertainen ….

Dafür ist das Ambiente während der Wohnphasen in unserem Wohnmobil ein Traum und auch die Längsbetten haben teilweise ihren Vorteil.  Der Kühlschrank ist groß und praktisch. Kein Umschalten – hatte Sonja fast immer vergessen – das Gerät macht alles automatisch, praktisch. Am Herd ist genügend Platz, auch für mehr Pfannen, das ausklappbare Ablagebrett über der Spüle stört den Durchgang ein bisschen, ist aber ansonsten ebenfalls sehr praktisch. 

So jetzt aber genug von unserem neuen Wohnmobil. Wir sind ja hier nicht auf einer Roomtour (wäre eigentlich ein Zwischengeschichtl gewesen …), sondern auf Urlaub, derzeit in der Toskana.

Heute ist Einkaufstag: Zuerst in Greve und danach geht es zur Fattoria La Vialla in der Nähe von Arezzo.

Wir spazieren in der heißen Sonne ins Ortszentrum von Greve, wo gerade ein Markt stattfindet. Nichts besonderes – eher erinnert mich die vielen Verkaufsstände, mit billigen Kleidern und Schuhen, an einen Fetzenmarkt, wie er bei uns auf Volksfesten üblich ist. 

Uns zieht es aber wie immer in die Metzgerei Antica Macelleria Falorni, vor der ein ausgestopftes Wildschwein die Gäste begrüßt. Hier mögen die Preise vielleicht durch die vielen Touristen etwas angehoben worden sein, aber die herabhängenden Schinken und Wurstwaren, die Einrichtung und vor allem die köstlichen, unterschiedlichen Salamis machen hier das besondere Einkaufserlebnis aus …

Danach verlassen wir vollgepackt die Metzgerei und machen uns auf den Weg zu La Vialla …

Fattoria La Vialla
Einfach nur schön ...
Einfach nur köstlich ...
Einfach zu viel eingekauft ...
Gott sei Dank haben wir ein großes Wohnmobil ...
Fattoria La Vialla

Auf mautfreien Landstraßen geht es nun ca. 70 Kilometer weiter über einem Hügel nach dem anderen, zur Fattoria La Vialla.

Rechtzeitig zu Mittag erreichen wir den neu angelegten Parkplatz, auf dem auch Kunden mit ihren Wohnmobilen übernachten können. Zuerst schlendern wir den Weg zur Fattoria hoch und genießen zuerst eine kalte Jause mit den herrlichen Produkten unter ebensolchen Wetterbedingungen im Freien  …

Die Fattoria La Vialla ist ein biologisch-biodynamisch zertifiziertes landwirtschaftliches Familienunternehmen. Seit über 2 Jahrhunderten befindet sich hier ein Bauernhof, der 1978 von der Familie Lo Franco übernommen, vor dem Verfall gerettet und wiederaufgebaut wurde. Hier sprechen sie alle deutsch und das Personal ist wirklich äußerst freundlich. 

Nein, ich bin nicht an der Firma beteiligt und bekomme auch leider keine Prozente, aber wenn wir in der Gegend sind, nützen wir die Gelegenheit, um das angenehme Ambiente zu genießen und die Köstlichkeiten direkt vor Ort einzukaufen. Natürlich nützen wir zu Hause auch die unkomplizierte Möglichkeit, über das Internet unsere Vorräte auf zu füllen. Unsere Favoriten sind das besonders feine Olio extravergine di Oliva, Tagliatelle – Pasta di semola di grano duro, Aceto di Vino Rosso Toscano, verschiedene Antipasti und Saucen, sowie vor allem der traumhafte, frische Percorino (Schafskäse, 30 – 60 Tage gereift) …

Man kann hier auch an Hausführungen und Seminaren teilnehmen, ein paar Tage in den verschiedenen alten Gebäuden oder am hauseigenen Wohnmobilstellplatz für eine Nacht verbleiben …

So, jetzt aber wirklich genug Werbung gemacht, wir wollten ja ursprünglich auf die Insel Elba und nicht im Hinterland versumpfen  …

Wirklich vollgepackt – unsere Freunde und Verwandten kennen und schätzen ja mittlerweile auch schon diese toskanischen Köstlichkeiten – geht es wieder zum Wohnmobil, schnell alles verstaut und dann geht es weiter durch die typische Landschaft in Richtung Piombino – zum Fährhafen …

Fattoria La Vialla
GPS: N 43,52835°      E 11,77903°
Link: https://www.lavialla.com/de-DE/

Da alles so gut geklappt hat, fahren wir am Nachmittag wieder weiter durch die Toskana in Richtung Meer. Wir nehmen meistens die Landstraßen, um die schöne Gegend zu genießen, fahren dann aber auch auf die ziemlich neue Autobahn nach Piombino. Unterwegs verlassen wir diese wieder, um uns in einem kleinen Ort ein Eis und einen Kaffee zu genehmigen – Dolce far niente …

Durch die Toskana ...
Auf die Insel ...
Fähre zur Insel Elba ...

Im Fährhafen von Piombino angekommen, geht plötzlich alles sehr schnell, fast zu schnell: Wir treffen um 17:22 Uhr am Ticketschalter ein, eine nette Dame winkt uns zur Eile heran, wir zahlen € 151,93 (Wochenende …) für die Überfahrt und laufen um 17:30 Uhr mit einem Schiff der Fährgesellschaft Toremar aus ….

Jetzt können wir am Sonnendeck durchatmen und uns an die gut eine Stunde dauernde Fahrt Richtung Elba bei kühlendem Wind erfreuen …

Fahne von Elba ...

Früher als vor unserer Reise erwartet, erreichen wir also Elba,. Die Insel, die viele mit Napoleon Bonaparte verbinden. Ein Hafenarbeiter, mit dem wir ins Gespräch kommen, klärt uns gleich einmal über den „kleinen Kaiser“ auf: Napoleon war ein Korse und verbrachte nicht einmal ein Jahr auf Elba in der Verbannung. Der Name Napoleon wird zwar auf Elba touristisch stark genutzt, soll aber bei den Einheimischen nicht überall auf Gegenliebe stoßen …

Die von Napoleon kreierte Fahne von Elba haben wir zumindest nicht sehr oft gesehen …

Unsere Route durch Elba ...

Unser erstes Ziel auf Elba liegt im Nordosten der Insel: Die Seregola-Bucht liegt ca. 35 Kilometer vom Fährhafen und er Hauptstadt Portoferraio entfernt. 

Wir fahren auf gut ausgebauten Landstraßen nach Porto Azzurro und anschließend  durch gebirgiges und stark bewaldetes Gebiet, kleine Ortschaften bis zu einem Schotterweg, der zur Sandbucht von Seregola führt …

Seregola-Bucht
Seregola-Bucht

Zwischengeschichtl – Taumstrand …

Die Bucht ist für uns ein Wahnsinn! Der auch Capo Pero genannte, der 190 Meter lange und breite Strand schillert in der Sonne, das Wasser ist kristallklar und türkisblau. Am Ende der Bucht befindet sich eine ehemalige Schiffsanlagestelle für den Bergbau, darüber stapeln sich die verfallenen Lagerhallen fast surreal den Berg hoch …

Der Strand mit seinem rot-schwarzer, eisenhaltiger Sand ist mit hellem Kies und schwarz glänzendem, im Sonnenlicht klitzernden Hämatit übersät und heute am Samstagabend überschaubar besucht. Dahinter liegt ein riesengroßer, kostenloser Parkplatz. Zwischen drin stehen Palmen und ein kleines Strandrestaurant. 

Das wäre der ideale Übernachtungsplatz für uns, aber darf man das?? – So leicht ist das an dieser Stelle für uns nicht zu beantworten: In unserem Reiseführer (mein Exemplar ist aus dem Jahr 2017 …) steht, dass hier und in der gesamten Gemeinde Rio Marina ein Nachtparkverbot besteht. In den verschiedenen Foren und einschlägigen Apps wird berichtet, dass eine Übernachtung durchaus möglich ist. Schwierige Entscheidung und wir machen das, was wir in solchen Fällen immer versuchen: Wir erkundigen uns vor Ort – da das Restaurant schon geschlossen hat, frage ich einen einheimischen Fischer, ob es erlaubt ist oder nicht. Der freundliche Mann sagt, dass wir zu dieser Zeit nichts zu befürchten haben, außerdem sind alle Gäste nach diesem Coronajahr herzlich willkommen, wenn sie sich ordentlich aufführen. Das klingt schon mal nicht schlecht und für uns ist es sowieso eine Selbstverständlichkeit, dass wir jeden Platz wieder sauber und ohne Hinterlassenschaften wieder verlassen. 

Ich drehe zur Vorsicht eine Runde um den Platz und sehe weder bei der Einfahrt auf den großen Parkplatz, noch beim Restaurant oder sonstwo einen Hinweis, dass man nicht übernachten darf.

Anschließend kommen wir noch mit zwei netten Damen aus der Schweiz ins Gespräch, die gerade vom Baden zu ihrem lässigen, geländegängigen Wohnmobil zurück kommen. Eigentlich hätten sie geplant, ein Jahr lang in Afrika mit ihrem neu aufgebauten Gefährt unterwegs zu sein. Aber Corona hat ihnen einen Strich durch ihre Rechnung gemacht und so waren sie die letzten sieben Monate in Sizilien unterwegs. Auf dem Heimweg durch Italien in die Schweiz, wollten sie noch einmal ein Inselfeeling erleben und sind so kurzer Hand auf Elba gelandet. Wir haben noch eine zeitlang nett und interessant geplaudert (wer qualitativ hochwertige Naturlautsprecher, ohne Vibrationen, mit Hörgenuss wie im Konzertsaal benötigt, solle sich bei mir melden – ich habe die Internetadresse der gelernten Hörakustikerin …). 

Zum Schluss erzählten sie, dass sie die Nacht von gestern auf heute, ungestört und völlig alleine hier verbrachten haben, aber heute wieder weiter müssten …

Nach dem Abschied entschieden wir uns, auf Grund der positiven Anzeichen, ebenfalls die heutige Nacht hier zu verbringen …

Da hatten wir leider die falsche Entscheidung getroffen, wie sich am nächsten Tag herausstellte: Nach einer wunderschönen ruhigen und einsamen Nacht, alleine auf dem großen Parkplatz, unternahm ich zeitig in der Früh einen morgendliche Spaziergang und entdeckte zwischen Sträuchern oben auf der Anfahrt ein Verbotsschild. Von 23:00 bis 08:00 Uhr ist das Parken von Wohnmobilen und Wohnwägen hier verboten. Das Schild hatten wir bei der Abfahrt zum Stand wirklich nicht gesehen, weil es seitlich in den Büschen stand.

Naja, wieder etwas gelernt und beim nächsten Mal genauer hinsehen …

Hier wäre eine Übernachtung wirklich schön ...
Dieses Schild haben wir leider erst am nächsten Tag entdeckt ...
Mystisch - ehemalige, verfallene Lagerhallen einer Bergbau-Schiffsanlegestelle ...
Einsam und alleine - in der Nacht verboten!
Einsam und alleine - in der Nacht verboten!
Einsam und alleine - in der Nacht verboten!
Sonnenaufgang ...
Badeplatz Seregola-Bucht
Parken für Wohnmobile und Wohnwagen von 23:00 bis 08:00 Uhr verboten!
Kostenlos, WC in der Strandbar, Dusche
I-57038 Rio Marina - generelles Nachtparkverbot
GPS: N 42,84247° O 10,44106°
Tag 3
So. 13.06.2021
Vormittag: Sonnig + 30° C
Nachmittag: Sonnig + 32° C
Abfahrt: 15:34 Uhr - Ankunft: 17:05 Uhr
Reisezeit: 01 Stunde 31 Minuten
Seregola-Bucht - Porto Azzurro - Pino di Monserrato
969 - 990 - 997 km (28 km)
Badebetrieb in der Seregola-Bucht ...
Nicht sehr viel los an diesem Sonntag ...
Funkelnder Strand, erfrischendes, kristallklares Wasser - was will man mehr ..
Die Seregola-Bucht von oben (Drohne)
Seregola-Bucht

Nach einer ruhigen, einsamen Nacht werden wir uns heute dem Badevergnügen hingeben – alles andere wäre in dieser Traumbucht einfach unlogisch ..

Heute ist Sonntag – der Ansturm hält sich trotzdem in Grenzen. Soweit ich das überblicken kann, sind fast nur Einheimische heute zum baden und picknicken hier. 

Der Strand ist ca. 60 Meter breit und 200 Meter lang und besteht aus kleinen Kieselsteinen, Sand und Mineralien, die wunderschön in der Sonne glänzen. Das Wasser ist kristallklar und auch unter Wasser glitzert und funkelt es. 

Kein Wunder – Die Bucht gehörte zum Bergwerksgebiet von Rio Marina (ehemals: „Hauptstadt des Eisens“). Auf der rechten Seite der Bucht steht noch die Industrieruine mit einer alten Verladerampe, wo einst das Eisen der Mine Rio Albano verschifft wurde. 

Geht man links am Strand am Hügel vorbei, erreicht man den Capo Pere mit zwei kleinen, ruhigen Stränden, die hauptsächlich aus größeren Steinen bestehen, aber auch Platz zum ungestörten Sonnen bieten …

Von hier hat man einen guten Blick auf die Insel Palmaiola und man sieht sogar auf das Festland nach Piombino hinüber.

In der gemütlichen Strandbar in der Seregola-Bucht kann man kleine Gerichte und kühle Getränke genießen. Auch WC und vor der Bar eine öffentliche Dusche stehen zur Verfügung.

Wir genießen diesen ruhigen Sonntag bei herrlichem Wetter und starten sogar für Übungszwecke unsere neugekaufte kleine Drohne …

Gegen den späteren Nachmittag ziehen wir weiter in das nicht weit entfernte Porto Azzurro. Wir wollen das Flair der Hafenstadt bei einem guten Abendessen leiblich spüren …

Porto Azzurro ...
Hafen von Porto Azzurro
Gutes Essen im La Floriano ...
Porto Azzurro

Nach ca. 20 Kilometer erreichen wir Porto Azzurro – leider ist der Ort nicht sehr Wohnmobilfreundlich: Auf jedem der – ich glaube: 9 öffentlichen Parkplätze – befindet sich ein Schild: Einfahrt für Wohnmobile und Wohnwagen verboten!

Wir finden trotzdem einen Platz und begeben uns bergab in die Hafenstadt, die früher Porto Longone hieß und für ihr Gefängnis bekannt und gefürchtet war. 1947 wurde der Name einfach geändert und die Stadt hat auch durch das bekannte Lied Azzurro von Adriano Celentano an Berühmtheit gewonnen …

Azzurro-blau ist der Himmel und das Meer – quasi himmelblau, viele Schiffe im Hafen, ein Strandpromenade mit Palmen, enge Gässchen, viele Geschäfte und Lokale …

Porto Azzurro gefällt uns – wir shoppen,  kaufen ein, trinken Kaffee und lassen uns ein Eis schmecken – Urlaub pur! Gegen Abend ergattern wir in einem kleinen Gässchen – im Restaurant La Floriano –  einen Platz, lassen uns einen Vermentino als Apperitif schmecken und genießen anschließend einen teuflisch guten Tintenfisch (Totano alla diavola) und köstliche Gnocchi al Tartufo estivo (Gnocchi mit sommerlichen Trüffel …) und zum Dessert noch einen Aleatico. Nette Bedienung, sympathische Tischnachbarn aus den Niederlanden, Österreich gewinnt im EM-Fußballspiel 3:1 gegen Nordmazedonien (nebenan im Freiluft-TV zu sehen) – ein schöner Abend mit Sonja auf Elba …

Parkplatz bei der der "Nonno Pino" ...

Der Abendspaziergang zurück zum Wohnmobil tut richtig gut. Da es hier im Ort fast unmöglich erscheint, einen Übernachtungsplatz zu finden, nutzen wir das App park4night, um einen dort angezeigten Platz direkt am Meer aufzusuchen – dieses Mal ein großer Fehler: Die Zufahrt zum öffentlichen Strand ist auch um diese Zeit noch mit vielen PKW’s eng zugeparkt. Umdrehen geht jetzt nicht mehr – also mit größter Vorsicht durch bis zum Ende der Straße. Aber auch hier ist das Wenden fast unmöglich. Mit Hilfe von Sonja und unter den interessierten Blicken der Strandbarbesucher gelingt es in Millimeterarbeit doch. Nach einem kurzen Aufsitzer an der über den Weg laufenden Slipanlage  – Gott sei Dank ohne Schaden – verlassen wir diesen Ort. Gott sei Dank haben wir noch unseren bewährten Reiseführer aus dem Womo-Verlag und so finden wir nur ein paar Kilometer entfernt einen wunderbaren, ruhigen Übernachtungsplatz unter einer Riesenpinie …

Übernachtungsplatz "Nonno Pino"
Geschotteter Picknickplatz/Parkplatz
Kostenlos
I-57036 Porto Azzurro, auf dem Weg zur Kirche Madonna di Monserrato
GPS: N 42,77962° O 10,39779°
Tag 4
Mo. 14.06.2021
Vormittag: Sonnig + 29° C
Nachmittag: Sonnig + 30° C
Abfahrt: 10:57 Uhr - Ankunft: 16:00 Uhr
Reisezeit: 04 Stunden 03 Minuten
Pino di Monserrato - Marciana
997 - 1047 km (50 km)
Die Riesenpinie - Ausgangspunkt für unsere kleine Wanderung ...
Herrliche Aussicht auf den Strand von Barbarossa ...
Madonna di Monserrato

Heute steht eine kleine Wanderung auf unserem Programm. Von Übernachtungsplatz unter der großen Pinie soll es rauf zur Kirche Madonna di Monserrato gehen. Nach dem Frühstück schnüren wir unsere Bergschuhe und es geht über einen Schotterweg hinauf zur kleinen Kirche, die 1606 erbaut wurde.

Für lange Zeit wurde die Wallfahrtskirche von Madonna di Monserrato, einer der faszinierendsten Kultstätten der Insel Elba, von Mönchen bewohnt und ist  heute noch Ziel von großen Wallfahrten. 

Der kurze Anstieg hat sich gelohnt und wir genießen im Schatten der Zypressen einen herrlichen Blick auf den Strand von Barbarossa. Es riecht nach Pinien, Rosmarin, Bergminze und anderen wohltuenden Düften …

Schade, dass die Kirche nur um den 8. September für eine Woche für Besucher geöffnet ist. Der wunderbare Ausblick in der schönen, fast einsamen Gegend entlohnt uns dafür.

Nach ca. einer Stunde sind wir wieder zurück und nun soll es in den Süden der Insel Elba weitergehen …

Zwischengeschichtl – Es kommt nicht immer auf die Größe an – oder doch …

Die Wege auf der Insel sind kurz.  Die maximale Länge der Insel in Ost-West-Richtung beträgt circa 27 km, während die maximale Entfernung zwischen Nord- und Südküste circa 18 km misst. Elba ist bei einer Küstenlänge von 147 km und einer Oberfläche von 224 km² die drittgrößte Insel Italiens (nach Sizilien und Sardinien).

Ich hatte mir die Insel vor unserer Reise ehrlich gesagt doch größer vorgestellt. Jetzt bei unserer Fahrt entlang der Südküste merken wir erst, wie klein die Insel wirklich ist und wie schnell man von einem Ende zum anderen gelangt …

… das hat aber auch den Nachteil, dass man schnell „durch“ ist. Auf der Suche nach schönen Stränden finden wir einige Plätze, die sich – von oben gesehen – gut eignen würden. ABER – wir sehen Buchten mit Campingplätzen oder Hotelanlagen, die am Strand ihre Schirme in Reih und Glied aufgestellt haben – quasi wir am Hausmeisterstrand von Jesolo – das ist so rein gar nicht unser Ding …

Es gibt auch ein paar freie Strände in wunderschöner Lage – ABER – hier ist schon die Hauptstraße  mit PKW’s vollständig zugeparkt. Einen Parkplatz für das Wohnmobil zu finden ist schier unmöglich. Oder die Bucht liegt soweit von der Hauptstraße entfernt, dass man zu Fuß ein halbe Ewigkeit brauchen würde und die Zufahrtsstraße unmöglich mit dem Wohnmobil zu bewältigen wäre …

Dabei ist jetzt im Juni noch Vorsaison und es sind fast nur Italiener hier. Ich möchte nicht wissen, wie es hier im Sommer zugeht …

Chilliges Plätzchen an der Südküste ...
Südküste von Elba ...

Wir haben doch noch Glück und finden ein richtig chilliges Plätzchen: Wir stellen unser Womo auf einem Privatparkplatz einer Strandbar ab, genießen auf dem lässig hergerichteten Hügel ein paar kühle Getränke, bevor wir den steilen Weg zum Strand hinuter wagen …

Nachdem unsere Bedürfnisse gestillt sind, geht es wieder weiter zum höchsten Berg der Insel …

Talstation Monte Capanne
In Käfigen geht es zu zweit auf den BErg ...
... ich fühle mich wie Tweety ...
Monte Capanne

Am Nachmittag erreichen wir gut gekühlt  Marciana und den Parkplatz der Seilbahnstation Carbonovia Monte Capanne. 

Die Bahn wurde in den Sechziger Jahren gebaut und im Jahr 2005 renoviert. Mit der Bahn errreicht man den Gipfel des Monte Capanne auf 950 M in circa 18 Minuten. Jedes Jahr öffnet die Seilbahn im Frühling und erlaubt somit schnell den Gipfel des Monte Capanne zu erreichen und von dort aus das einzigartige Panorama zu genießen …

… so lautet die offizielle Beschreibung. Ich fühle mich eher wie Tweety, der gelbe Kanarienvogel aus der Zeichentrickserie meiner Kindheit, im gelben Vogelkäfig …

Macht aber nichts, wir sind schwindelfrei und so schweben wir hoch und haben eine schöne Aussicht. Danach geht es noch 68 Höhenmeter über Felsen auf den 1018 Meter hohen Gipfel des Monte Capanne.

Der Blick auf Elba ist sensationell.  Im Süden erblickt man die Inseln Pianosa (die flache) und Montecristo (die hohe). Im Südosten liegt Giglio und im Nordwesten Capraia. Und im Osten ragt die nördliche Halbinsel Korsikas, das Cap Corse, empor. Korsika erstreckt sich von dort aus südwärts und man kann sogar Korsikas höchste Gipfel erkennen.

Wir genießen die kleine Wanderung, den Ausblick und die wunderschöne Natur …

Auf dem Weg nach Marciana ...
Auf dem Weg nach Marciana ...
Gutes Essen auf der Terrasse über dem Meer ...
Marciana

Wieder beim Wohnmobil angekommen, tut eine erfrischende Dusche gut. Wir beschließen heute Nacht hier auf dem Parkplatz der Seilbahnstation zu übernachten und benützen die Gelegenheit, um in der ca. 15 Minuten entfernten Altstadt von Marciana zu Abend zu essen.

Über enge Gassen und steile Stiegen, teils durch Privatgärten finden wir den Weg ins Zentrum. In der Pizzeria Bellavista haben wir im Gastgarten freien Blick auf die darunterliegende Küste. Wir lassen uns Pizza und Scampi schmecken und erleben einen typisch, italienischen Abend. Der Wirt freut sich über ausländische Gäste, nebenan spielen Kinder auf dem Dorfplatz Fußball und zerschießen unabsichtlich Weingläser auf einem Restauranttisch, Wirt holt vom Nachbarhaus Mama des Unglücksschützen, Mama schimpft gewaltig, Bub weint, Ball wird beschlagnahmt, alle vier Buben müssen im Gänsemarsch im Haus verschwinden und kommen nach einer halben Stunde wieder mit einem Ersatzball zurück …

Nach einem guten Essen, herrlichen Eindrücken und einem kleinen nächtlichen Spaziergang zurück durch die Altstadt zu unserem Wohnmobil, fallen wir hundemüde ins Bett …

Parkplatz Seilbahnstation Monte Capanne
Asphaltierter Platz, leicht abschüssig
Kostenlos, Mistkübel, WC in der Seilbahnstation
I-57030 Marciana, Via del Pozzatello 1
GPS: N 47,78596° O 10,16751°
Tag 5
Di. 15.06.2021
Vormittag: Sonnig + 30° C
Nachmittag: Sonnig + 32° C
Abfahrt: 10:00 Uhr - Ankunft: 16:32 Uhr
Reisezeit: 06 Stunden 32 Minuten
Marciana - Marciana Marina - Enfola - Portoferraio - (Fähre nach Italien) - Piombino - San Galgano
1047 - 1053 - 1076 - 1085 - 1160 km (113 km)
Fetzenmarkt in Marciana Marina
Marciana Marina

Nach einer ruhigen und einsamen Nacht auf dem Parkplatz in Marciana, wollen wir heute die Nordküste von Elba erkunden, Dazu fahren wir zuerst ein paar Kilometer runter in den Hafenort Marciana Marina. Hier herrscht reges Treiben, da heute viele Verkaufsstände ihre Waren anbieten. Wir decken uns mit einheimischen Gemüse und Obst ein, zum Bekleidung-Shoppen gustieren wir aber lieber in den vielen Geschäften am Hafen …

Schöne Gegend - aber für uns keine Campingplätze ...
Schöne Gegend - aber für uns keine Campingplätze ...
Portoferraio - mit der Fähre zurück auf das Festland ...
Halbinsel Enfola

Wir sind fast am Ende unserer Rundreise um die Insel Elba angelangt. Da wir noch ein paar Tage Zeit haben, beschließen Sonja und ich, einen Campingplatz zu finden, um noch ein paar reine Badetage auf Elba anzuhängen. 

Die Halbinsel Enfola in der Nähe der Hauptstadt Portoferraio soll schöne Campingplätze beherbergen – also auf dahin …

… aber das funktioniert nicht ganz so, wie wir uns das gedacht haben: Entweder die Plätze sind bummvoll (sehr viele Italiener …) oder sie sind voll und entsprechen nicht unseren Vorstellungen …

Wir stellen keine großen Ansprüche an Campingplätze, wenn wir schon mal auf einem Campingplatz sind: Bei der herrschenden Hitze wären Bäume als Schattenspender nicht schlecht, die Sanitäranlagen sollten sauber sein und am Strand soll ein bisschen Platz sein und wir sollten nicht wie Sardinen nebeneinander liegen müssen …

So sehr wir uns bemühen – es ist nichts Passendes zu finden. Nach einer kurzen Lagebesprechung sind wir uns einig: Flexibel wie wir nun einmal sind, beschließen wir schon heute wieder auf das Festland überzusetzen und die verbleibenden Tage noch in der Toskana zu verbringen …

Gesagt – getan: Nach einer kurzen Stadtbesichtigung der Hauptstadt Portoferraio (die wir schon von einer früheren Reise her kennen …), setzen wir mit der Fähre (€ 100,18 für ein Wohnmobil und zwei Personen) rüber nach Piombino …

Am fünften Tag unsere Reise verlassen wir die Insel Elba wieder ...
Zurück in der Toskana ...
Zurück in der Toskana ...
San Galgano
San Galgano

Überraschend schnell sind wir wieder in die Toskana zurück gekehrt. Bei der Frage: Baden oder Besichtigen – entscheiden wir uns für das Zweitere, weil es auch in der Toskana Flecken gibt, die wir noch nicht kennen …

Die Klosterruine San Galgano ist so ein Ort, den ich schon lange besuchen wollte und weil dieser Ort nicht weit weg ist, fahren wir eben gleich dahin …

Zu San Galgano habe ich im Internet folgendes gefunden:
Galgano Guidotti soll ein verzogener, selbstsüchtiger Rittersohn aus Chiusdino gewesen sein, der einen ausschweifenden Lebensstil pflegte. Nach einer Marienerscheinung beschloss er, sein liederliches Leben aufzugeben und zog sich auf den Hügel Montesiepi zurück. Als Zeichen seines Sinneswandels rammte er sein Schwert in einen Felsen, das seitdem niemand herauszuziehen vermag.

Zu Ehren Galganos wurde nach dessen Tod eine Kapelle errichtet. Die eigentliche Sehenswürdigkeit ist aber nicht die Kapelle, sondern die Abtei von San Galgano, eine Klosterruine, die sich ein paar Gehminuten unterhalb des Hügels befindet. Sie wurde im 13. Jahrhundert von Zisterziensermönchen gebaut und ist allein schon in kunsthistorischer Hinsicht ein Hingucker in der Toskana: Sie gilt als das erste und bedeutendste gotische Bauwerk der Toskana. Die mächtige Kirche, die die Anlage überragt, ist schwer beschädigt: Bei einem Blitzeinschlag stürzte 1783 der Glockenturm ein und zerstörte dabei das komplette Dach. Ironischerweise macht gerade das die Kirche sehenswert: Denn der 71 Meter lange Bau ist wie der Rest der Klosteranlage an sich gut erhalten. Das fehlende Dach verleiht ihm aber ein unwirkliches, fast gespenstisches Aussehen.

Soviel zur Geschichte. Um einen Eintritt von € 4,– pro Person besichtigen wir die beeindruckende Ruine, schauen bei Ausgrabungen zu, genehmigen uns im nebenstehenden Restaurant ein paar Köstlichkeiten und sind vom nächtlichen Bildspektakel der beleuchteten Abtei mehr als beeindruckt!

Übernachten und den Sonnenuntergang genießen können wir auf dem großen Parkplatz, auf dem extra kostenlose  Stellplätze ausgewiesen sind ..

San Galgano
Stellplatz San Galgano
Parkplatz, Schotter
Kostenlos, Mistkübel, WC in der Abtei oder im Restaurant
I-53012 Chiusdino
GPS: N 43,15309° O 11,15123°
Tag 6
Mi. 16.06.2021
Vormittag: Sonnig + 30° C
Nachmittag: Sonnig + 32° C
Abfahrt: 10:35 Uhr - Ankunft: 12:15 Uhr
Reisezeit: 01 Stunde 40 Minuten
San Galgano - Volterra
1160 - 1224 km (64 km)
Durch die Toskana weiter nach Volterra ...
Volterra
Volterra
Volterra

San Galgano war schön – sehr zu empfehlen, besonders bei Nacht. Nach einem ausgiebigen Frühstück und ein paar Plauderminuten mit unseren Stellplatznachbarn geht es heute nach Volterra. Warum nach Volterra? – Richtig, weil wir da noch nicht waren …

Die mittelalterliche Stadt der Etrusker liegt auf einen 550 Meter hohen Hügel und wird von alten Stadtmauern und der Festung dominiert. Wir gelangen auf teilweise schmalen Landstraßen zur 10.000-Einwohner-Gemeinde.

Wir stellen unser Wohnmobil auf dem offiziellen Stellplatz ab und wollen hier auch übernachten. Danach geht es über sehr viele Stufen hoch zur Altstadt. 

Quirlig belebte Gassen und Plätze – trotz Corona – empfangen uns. Auf unserer bisherigen Reise trug man auf allen öffentlichen Plätzen immer Mundschutz – hier scheint man das nicht so eng zu sehen …

Museumsbesuche und bezahlbare Eintritte in Kirchen sparen wir uns dieses Mal. Wir schlendern ganz einfach durch die Stadt, beobachten die schöne Aussicht und die Menschen, entdecken die eine oder andere Besonderheit, lassen uns in einer engen Gasse die Pizza schmecken und plaudern mit der netten Bedienung …

Am Nachmittag gustieren wir durch ein paar Geschäfte, bestaunen Alabasterarbeiten, lassen uns einen Kaffee servieren und ein Eis darf natürlich auch nicht fehlen …

Der gemütliche Tag geht mit einem leichten Abendessen im eigenen Womo und mit dem Besuch von zahlreichen Tauben zu Ende … 

Stellplatz Volterra
Geschotterter Platz, V/E, Mistkübel, Strom
€ 15,-- / 24 h,
I-56048 Volterra, Viale dei Filosofi,
GPS: N 43,40320° O 10,86477°
Tag 7
Do. 17.06.2021
Vormittag: Sonnig + 30° C
Nachmittag: Sonnig + 31° C
Abfahrt: 09:38 Uhr - Ankunft: 17:30 Uhr
Reisezeit: 08 Stunden 08 Minuten
Volterra (I) - Faaker See (A)
1224 - 1793 km (569 km)
Tag 8
Fr. 18.06.2021
Faaker See - Kuchl
1793 - 1965 km (172 km)
Durch die Toskana nach Hause ...
Durch die Toskana nach Hause ...
Faaker See

Es hilft alles nichts: Irgendwann muss man auch wieder die Heimreise antreten und das soll heute sein …

Zuerst geht es auf Landstraßen durch die Toskana Richtung Florenz und anschließend über Autobahnen in die Heimat. Es ist heiß, es herrscht viel Verkehr, die Strecke ist teilweise langweilig (besonders zwischen Venedig und Udine) und so sind wir doch sehr froh, als wir gegen 17:30 Uhr am Faaker See eintreffen. Den heutigen Abend wollen wir noch am See verbringen und buchen dafür an unserem früheren Stammplatz – Camping Arneitz eine Nacht. 

Eine Nacht – kein Problem – wir haben genug Platz. Das Service ist ausgesprochen freundlich, es hat sich nicht viel geändert am Camping Arneitz. Baden im See,  duschen, ausspannen und am Abend noch ein gutes Essen bei Gewitter im Stammlokal Tschebull genießen – Herz, was willst du mehr …

Zwischengeschichtl – Missgeschick 

Wenn wir auf der Rückreise Zeit haben, nützen wir gerne die Gelegenheit, um im Gasthof Tschebull in Egg am Faakersee einzukehren …

Sonja bestellte die Tschebull-Ente mit einer köstlichen Sauce, die ich natürlich probieren musste …

Mir passierte leider beim Verkosten der genialen Enten-Sauce ein Missgeschick und das Ssucengeschirr fiel mir aus der Hand auf den Tisch – Chaos und Saustall pur : Ich habe selten so ein perfektes Zusammenspiel von Kellner, übrigen Personal und sogar der Chefin (!) anschließend  gesehen. Tisch abgeräumt, aufgewischt, neu gedeckt, unsere Kleidung gereinigt (Chefin selbst), neue Sauce gebracht und mir Mut zugesprochen! Herzlichen Dank – wirklich perfektes Service – besser geht es nicht!

Liebe Grüße an die Chefin – wir kommen sicher wieder !

Campingplatz Arneitz
€ 32,30 für eine Nacht
A-9583 Faak am See, Seeuferlandstraße 53
GPS: N 46,57447° E 13,93573°
Heimfahrt

Über den letzten Tag gibt es nicht mehr viel zu berichten: Baden gehen – zusammenräumen – heimfahren …

Baden im Faaker See ...

Reise-Resümee: 

Insel Elba

Die kombinierte Reise – Toskana und Elba – war genau ideal für die Zeit, die wir zur Verfügung hatten. Dass die Insel kein Paradies für freie Stellplätze ist, wussten wir vorher und es stimmt tatsächlich: Viele freie Plätze haben wir nicht gefunden und die Parkplätze neben der Straße für die Strände waren meistens mit PKW’s zugeparkt. Ich möchte nicht wissen, wie es hier im Sommer zugeht! Ideal wäre vielleicht Ostern oder der Herbst als Reisezeit?

Trotzdem hat es uns gut gefallen auf Elba. Hügelig, viel Wald, Natur, die einen wunderbaren Duft verbreitet, unglaublich schönes Wasser – tintenblau, azzurro-Himmelblau, gutes Essen, nette Leute. Bei unserer Art mit dem Wohnmobil zu reisen – quasi wie die Nomaden einen Ort nach dem anderen zu entdecken – ist man auf der relativ kleinen Insel schnell einmal durch. 

Wir waren Baden, Wandern, gingen gut Essen, haben ausgespannt und relaxt, das Leben genossen, hatten Zeit für uns selber, konnten ein bisschen Land und Leute kennen lernen – für dieses Mal ein perfekter Urlaub – Elba und die Elbaner haben eine ausgezeichnet, gute Figur gemacht – würde ich sagen …

Fare una bella figura – eine gute Figur machen …

(Italienisches Sprichwort)

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