Reiseberichte der Familie Unterwurzacher

Schottenrock und Dudelsack - Teil 2

Teil 2 – 25.07. bis 30.07.2019

Gesamtroute 19. Juli bis 06. August 2019

2019 - Gesamtroute - Schottenrock und Dudelsack ...

Gesamtroute:

Kuchl (A) – A8 (D) – A13 (L) – Brügge (B) – Dünkirchen (F) – Dover (GB) – Gretna Green (SCO)  – Caerlaverock Castle – Sweetheart Abbey – Glasgow – Stirling Castle – Doune Castle – Loch Lomond – Rest and Be Thankful – Invernaray – Glen Etive – Glen Coe – Harry-Potter-Bridge (Glenfinnan Viadukt) – Mallaig -Isleornsay – Fairy Pools – Talisker Distillery – Neist Point Lighthouse – Loch Mor – Duntulm Castle – Kilt Rock – Old Man of Storr – Sligachan Old Bridge – Eilean Donan Castle – Falls of Measach – Ullapool – Kyle of Durness – Nordküste – Harkilk (Highland Games) – Dunnet Head Lighthouse – John o‘ Groats – Dunrobin Castle – Chanonry Point – Loch Ness – Urquhart Castle – Dallas Dhu Distillery – Cullykhan Bay – Dunnottar Castle – Balmoral Castle – Pitlochry Faskally Forest – Blair Castle – Edradour Distillery – Loch Leven – Edinburgh – Rooslyn Chapel – Dirleton Castle – North Berwick -Tantallon Castle – Melrose Abbey – Canterbury (GB) – Dover – Dünkirchen (F) – Therme Erding (D) – Kuchl (A) – 6346 km

Die Westküste ...

Isle of Skye und die Westküste ...

25.07. – 30.07.2019

Mallaig -Isleornsay – Fairy Pools – Talisker Distillery – Neist Point Lighthouse – Loch Mor – Duntulm Castle – Kilt Rock – Old Man of Storr – Sligachan Old Bridge – Eilean Donan Castle – Falls of Measach – Ullapool – Kyle of Durness – Nordküste – Harkilk (Highland Games) – Dunnet Head Lighthouse – John o‘ Groats – Dunrobin Castle – Chanonry Point – Loch Ness – Urquhart Castle – Dallas Dhu Distillery – Cullykhan Bay – Dunnottar Castle – Balmoral Castle – Pitlochry Faskally Forest – 1546 km

Tag 7
Do. 25.07.2019
Vormittag: Bewölkt + 25° C
Nachmittag: Leicht bewölkt + 26° C
Abfahrt: 07:35 Uhr - Ankunft: 17:55 Uhr
Reisezeit: 10 Stunden 20 Minuten
Mallaig - Isleornsay - Fairy Pools - Talisker Distillery - Neist Point Lighthouse - Loch Mor
2631 - 2770 km (139 km)
... unser Name scheint etwas Schwierigkeiten zu bereiten ...
Fährhafen Mallaig
Highland Cattle - Schottisches Hochlandrind
Isle of Skye

Warum müssen Fähren immer so früh fahren? Nicht einmal zum Frühstücken bin ich – ewiger Langschläfer – gekommen. Nein – das passt schon. Gestern Abend haben wir gebucht und heute gegen 07:00 Uhr geht es für gut £ 20,– von Mallaig aus auf die Isle of Skye …

So ca. 11.000 Menschen leben auf Skye. Sie ist die größte Insel der Inneren Hebriden, 80 Kilometer lang und zwischen 10 und 40 Kilometer breit und die wollen wir jetzt erkunden …

Unser erster Anlaufpunkt auf Skye ist Isleornsay. Warum ? – keine Ahnung. Sicherlich nicht, weil hier die erste öffentliche Toilette 1820 auf Skye errichtet wurde. Auch nicht, weil es ein guter natürlicher Hafen ist oder weil hier eine Galerie und ein Hotel steht. Einfach nur deshalb, weil das hier ein nettes Plätzchen mit schöner Aussicht ist und weil wir noch nicht gefrühstückt haben …

Isleornsay       GPS: N 57,14557°   W 5,79888°

Auch der nächste Halt ist nicht geplant. Aber hier mitten in freier Natur auf dem Weg zu den Fairy Pools müssen wir einfach stehen bleiben – Die Highland Cattle – die schottischen Hochlandrinder sind einfach zu süß …

Sie ist die älteste registrierte Viehrasse -seit dem Jahr 1884. Also quasi im gleichen Jahr, wie die Freiwillige Feuerwehr Kuchl registriert wurde … ;-)) 

Single Track Road zu den Fairy Pools ...
Wanderung zu den Fairy Pools
Polizeitaucher bei der Arbeit in den Fairy Pools ...
Polizeitaucher bei der Arbeit in den Fairy Pools ...
Fairy Pools

Unser erster wirklich geplanter Besuch gilt den Fairy Pools. Über eine lange Single Track Road gelangen wir zu diesem Tourismus-Highlight. In den verschiedenen, bekannten Reise-Foren wird davor gewarnt, dass diese Naturschönheit im Sommer völlig überlaufen sei. Bei unseren Besuch sind zwar viele Menschen unterwegs, aber von überlaufen keine Spur. Oberhalb der berühmten Pools wird es sogar fast einsam …

Am Parkplatz werden wir gegen Gebühr eingewiesen und danach kann die Wanderung los gehen …

 GPS: N 57,24833°   W 6,27516°

Der Parkplatz wurde offensichtlich vor kurzem vergrößert, auch ein paar Polizeifahrzeuge stehen hier. Es geht über sumpfige Wiesen runter zum ersten Wasserfall. Danach führt der Wanderweg – wir haben natürlich unsere erprobten Bergschuhe (Unterwurzacher-Schuhe) unter den Füßen – leicht ansteigend über Wanderwege entlang der Pools hoch – Richtung Cuillin Mountains …

Wir beobachten Polizeitaucher: Sie erzählen uns, dass vor ein paar Tagen ein 38-jähriger Kollege aus Manchester bei einem Ausflug mit seinem 13-jährigen Sohn plötzlich verstorben ist …

Laut einer Sage sollen Feen in den Fairy Pools heimlich baden. Bei unserer Wanderung sehen wir zwar keine ausgesprochenen Feen, aber doch viele Wagemutige, die sich in die kalten Fluten trauen. Ich glaube, mir wäre es zu kalt …

Das Wasser des Brittle River ist kristallklar und schimmert fast unnatürlich grün und blau in den Felsenpools. Einige Touristen sind in Sandalen unterwegs, andere in Moon-Boots – beides würden wir nicht empfehlen …

Wasserfälle, einladende Becken, aber auch eine wunderschöne Moorlandschaft mit Heidekraut, Alpenkräuter und die umliegenden Cuillin Mountains prägen das Landschaftsbild. Wir genießen die Wanderung und setzen diese auch noch nach den Pools in Richtung der schwarzen Berge fort, von denen auch zahlreiche Bäche wie weiße Schlangen herunter fließen …

Hier oben – nach ca. 2 Kilometern – drehen viele um und die paar Übriggebliebenen verlaufen sich im weiten Tal. Es wird ruhiger, das Wasser und die Menschen … 

Nach den vielen Eindrücken und Erlebnissen der letzten Tage tut es dem Herzen und dem Geist so richtig gut, einfach dahin zu wandern, einen Fuß vor den anderen zu setzen, zu schauen, sich zu freuen und die Natur mit ihrer eigenen Sprache zu genießen.

Irgendwann geht es aber dann doch wieder runter ins Tal zu unserem Wohnmobil. Noch einmal vorbei an den sehenswerten Fairy Pools …

Weiter geht die Fahrt durch die schöne Landschaft ...
Besuch der Talisker Distillery - torfiger Whisky ...
Talisker Distillery

Wir bereiten uns ein stärkendes Mittagessen im Wohnmobil und freuen uns über das immer schöner werdende Wetter. Allerdings kommt auch der Wind immer mehr auf und so beschließen wir, jetzt zur Talisker Whisky Distillery zu fahren und diese zu besichtigen.

Vorerst geht es auf der Single Track Road retour und vorbei an wieder vielen Loch’s (Seen) fahren wir die kurzen 9 Kilometer zur „Whisky-Fabrik“, die ebenfalls an einem See (Loch Harport) liegt …  

Sie ist die älteste aktive Destillerie der Isle of Skye und ist bekannt für den torfigen, rauchigen Single Malt Scotch Whisky. Für £ 10,– kann man zwar keinen Whisky kaufen aber eine ca. 45-minütige Führung buchen. Wir haben Glück und brauchen nicht lange warten. Obwohl uns die Dame eher etwas gelangweilt durch das Haus führt, ist die Führung selber doch einigermaßen interessant. Bis zum Schluss – der Whiskyverkostung – ist das Fotografieren verboten …

GPS: N 57,30464°   W 6,35824°

Im Internet wird der Talisker Whisky so beschrieben: Die Talisker-Whiskys zeichnen sich durch viel Pfeffer. gepaart mit explosionsartigen Geschmacksentfaltungen im Gaumen aus. Whisky-Verkoster haben seit jeher Superlative verwendet, um den Geschmack des Talikser-Whiskys zu beschreiben. Sonja sagt: Der ist zu torfig, rauchig und aus …

 

... Schnappschuss ...
Achtung Schafe ...
An den Ausweichstellen (Passing Place) der Single Track Road's ist das Parken nicht erlaubt ...

Auf dem Weg weiter gegen Westen begegnet uns in wunderschöner Landschaft, ein wunderschönes Fahrzeug, wie aus einer anderen Welt – ein Ferrari 488 GTB Spider, wenn ich nicht irre ….
So mit 669 PS über die Straßen der Insel Skye zu schweben, wär doch auch einmal ein schönes Erlebnis …

Es gibt aber auch langsamere Weggefährten: Zum Beispiel Schafe in allen Größen und Farben. Man muss schon ein bisschen auf den Straßen – besonders auf den Single Track Roads – aufpassen und manchmal haben die felligen Tiere sogar einen der vielen Passing Place – einen Ausweichplatz – beschlagnahmt …

Das „Landesinnere“ von Skye ist schön – noch schöner wird es an der Westküste der Insel. Allerdings wird es auch windiger, ja fast Orkanartig (leicht übertrieben …

Es geht wieder an die beeindruckende Küste ...

Zwischengeschichtl – Der Wind …

Der Wind, der Wind – das himmlische Kind … von Kind kann man jetzt aber wahrlich nicht mehr sprechen – eher ein ausgewachsener Riese. Ja – ist schon klar: Wind gehört zu Schottland wie die Highland Cows, Haggis, der Schottenrock und der Dudelsack, aber was sich hier abspielt, grenzt gefühlsmäßig an einen Sturm …

Der stürmische Wind pfeift uns dermaßen entgegen, dass wir Mühe haben, weiter zu gehen. Wir versuchen, auf den Hügel zu kommen, ohne dass uns der Wind über die Klippen fegt. Plötzlich fängt es von einem zum anderen Schritt zu regnen an. Wassertropfen, treffen wie Nadeln von unten auf die Haut. Moment mal – von unten? Kam der Regen bisher nicht immer meistens im Normalfalle von oben? Es ist auch kein Regen – es ist das Wasser einer größeren Pfütze, die der Wind in unsere Gesichter peitscht.

Später erfahren wir von einem Guide, dass Schottland einer der windigsten Orte der Welt ist, und sich das Land als Pionier beim Ökostrom – Windkraft – sieht. Gut für Schottland und ausländische Investoren, sagt der schottische Guide im Schottenrock, den er mit beiden Händen festhält …

Da wir keine Röcke anhaben, genießen wir die raue Luft, den sensationellen Ausblick auf den Leuchtturm, den wir erst relativ spät erblicken, machen ein paar Bilder von der Sehenswürdigkeit und von ein paar freundlichen Asiaten – dann vertschüssen wir uns aber doch relativ rasch und mit Rückenwind zu unserem gemütlichen Wohnmobil …

Neist Point Lighthouse - wie im Bilderbuch ....
Neist Point Lighthouse

Außer dem Wind ist es wirklich wunderschön hier: Die Klippen, der Leuchtturm – Neist Point Lighthouse – und zusätzlich färben die Sonnenstrahlen das malerische Bild …

GPS: N 57,42973   W 6,77883°

Man könnte auf dem großen Parkplatz hier sicherlich auch übernachten, aber dafür bläst uns jetzt der Wind doch zu viel. Wir fahren ein paar Kilometer retour und finden am Loch Mor auch einen schönen, aber vor allem windstillen Übernachtungsplatz …

Vier junge Burschen aus Holland fragen uns, ob sie sich neben uns hinstellen können und – falls es nicht zu störend sei, ob sie Musik aufdrehen dürfen …

Natürlich – ist ja noch gar nicht so lange her (denken wir zumindest …), als wir selber noch jung waren …

Abendessen ...

Während Sonja das Abendessen kocht, mache ich noch einen kleinen Spaziergang auf die umliegenden Hügeln, rede ein bisschen mit den einsamen Schafen (in meinem Alter darf man das …), unterhalte mich mit dem Schäfer, der später zusammen mit seinem Hund auf einem Quad daher braust, um kurz nach seinen Schafen zu sehen …
Nach dem Essen gibt es noch ein wenig Smalltalk mit den jungen Holländern über Formel 1, Verstappen und Red Bull …

Parkplatz Loch Mor
Schotterplatz
Kostenlos
Loch Mor View
GPS: N 57,43980° W 6,75486°
Tag 8
Fr. 26.07.2019
Vormittag: Leicht bewölkt + 24° C
Nachmittag: Leicht bewölkt + 26° C
Abfahrt: 09:34 Uhr - Ankunft: 20:30 Uhr
Reisezeit: 12 Stunden 56 Minuten
Loch Mor - Duntulm Castle - Kilt Rock - Old Man of Storr - Eilean Donan Castle - Falls of Measach - Ullapool - Kyle of Durness (Keoldale Green)
2770 - 3211 km (441 km)
In der Früh schaut der Schäfer vorbei ...
Die Schafe sind auch schon auf ...

Zeitig in der Früh mache ich wieder eine Wanderung zu meinen Schafen. Es hat sich zu gestern Abend eigentlich nichts Dramatisches geändert, sie schauen mich genauso – lieb – an, wie gestern.
In der Nacht kam doch wieder intensiver Wind auf und mich wundert es, dass es die Holländer nicht von ihrem Dach Zelt heruntergeblasen hat.
Heute hat der Wind Gott sei Dank stark nachgelassen und die Sonne kommt heraus …

Nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir wieder weiter – in Richtung Nordküste der Isle of Skye …

Vorbei an Kirchen und schönen Landschaften tuckern wir gemütlich gegen Norden zur Trotternish-Halbinsel. Unterwegs sehen wir Fischfarmen, Windräder und vor allem schöne Küstenabschnitte …

Gegen Mittag erreichen wir nach ca. 80 Kilometern – Duntulm Castle, eine verfallene Burg, erbaut im 14. Jahrhundert, die dem MacDonald-Clan gehörte …

Duntulm Castle      
GPS: N 57,68244°   W 6,33961°

Danach geht es weiter zur Ostküste der Isle of Skye …

Es geht an die Ostküste der Insel Skye ...
Der berühmte Wasserfall am Kilt Rock ...
Old Man of Storr ...
Kilt Rock

Hier herrscht reger Andrang. Wir haben Glück, dass wir auf der Zufahrtsstraße, die links und rechts verparkt ist, einen Platz finden. Nach ein paar Minuten zu Fuß erreichen wir einen eingezäunten Bereich und sehen vorerst ein paar Dinosaurier-Fußabdrücke mit einer erklärenden Tafel dazu, einen schönen Blick auf’s Meer und wieder steile Klipppen …

Erst als wir uns auf eine kleine Plattform vor kämpfen, sehen wir den berühmten Wasserfall: Der Mealt Fall – gespeist vom gleichnamigen Loch – stürzt er sich hier 55 Meter mutig ins Meer. Nun sehen wir auch die Felsenformation aus Lavagestein – den Kilt Rock, dessen Ähnlichkeit mit dem Tartan-Muster eines Schottenrocks dem Felsen seinen Namen gab …

Auch wenn man nach rechts geht, hat man eine wunderbare Aussicht auf die eindrucksvolle Küstenlandschaft …

Kilt Rock
GPS: N 57,61067°   W 6,17268°

Wir fahren weiter entlang der Küste – unser nächstes Ziel ist der Old Man of Stor …

Eine 48 Meter hohe Felsnadel – steht bizarr und weit sichtbar unterhalb einer Abbruchkante und wird als der grimmige Wächter der Insel Skye bezeichnet.

Laut einer Sage nach, suchten ein Mann und seine Frau nach einer entlaufenen Kuh. Auf ihrer Suche trafen sie auf Riesen, vor denen sie davon liefen. Als sie sich aber umblickten, erstarrten sie auf der Stelle zu Steinsäulen … 

Ca. 45 Minuten braucht man auf einem Wanderweg bis zur Felsnadel. Uns zieht es dann wieder weiter in Richtung Festland.

Vorher besuchen wir noch:

Sligachan Old Bridge
GPS: N 57,28981°   W 6,17368°

Die alte Steinbrücke mit drei Bögen über dem Sligachan River, wurde  um das Jahr 1820 herum erbaut und liegt direkt an der A87 zwischen Portree und Broadford auf der Isle of Skye. Für Wanderer ist die Sligachan Bridge häufig der Ausgangspunkt in die geheimnisvollen Black Cuillins, die schwarzen Berge von Skye.

Zwischengeschichtl – Die Brücke ohne Bild …

Ich muss ehrlich gestehen, dass Sonja und ich ab und zu Verständigungsschwierigkeiten haben  – nicht oft, aber doch …

Ein Beispiel gefällig – es war gestern, als wir in Richtung Fairy Pools genau an dieser Stelle abgebogen sind: Wir fahren gemütlich durch Schottland, quasi auf der Isle of Skye, als Sonja diese alte Brücke entdeckt und sagt: „Rupert schau, diese schöne, alte Brücke!!!“ – eigentlich will sie mir sagen: Rupert, bleib sofort stehen, steige aus und mache ein schönes Bild von der schönen, alten Brücke …!“. Leider werde ich mit zunehmenden Alter auch immer begriffsstutziger – quasi, ich brauche etwas länger, um zu begreifen, was Sonja meint. Es könnte aber auch sein, dass Männer prinzipiell anders ticken als Frauen und deshalb der weiblichen Logik nicht immer folgen können. Es könnte allerdings auch sein, dass ich gar nicht verstehen will, was meine allerliebste Gattin eigentlich meint – wäre natürlich auch möglich … ?

Auf jeden Fall sagt Sonja: „Rupert schau, diese schöne, alte Brücke… !“ Ich schaue, soweit dies während der Fahrt möglich ist und frage: „Wo?“ Sonja erwidert: „Was, wo?“ – „Wo ist eine schöne Brücke!“ ist meine Frage, während ich gemütlich weiterfahre. „Da hinten war eine wunderschöne, alte Brücke!“ – „Ah ja, genau – ein wirklich schöne, alte Brücke?“ „Was – ah ja – warum bist du nicht stehen geblieben?“ Sonja ist jetzt leicht gereizt. Mittlerweile sind wir doch relativ weit entfernt und darum frage ich aus meiner Sicht – berechtigter Weise: „Warum sollte ich stehen bleiben?“ – Sonja genervt: „Ich habe doch gesagt, dass hier eine schöne, alte Brücke ist – da bleibt man doch normalerweise sofort stehen, um ein schönes Bild zu machen …“ „Tja Sonja, da hättest du aber auch sagen müssen: Rupert, bitte bleib doch stehen und mache ein schönes Bild von der schönen, alten Brücke. Ich kann ja nicht Gedankenlesen!“ „Ja, aber das ist doch logisch ….“ meint Sonja. „Soll ich noch mal umdrehen, Sonja?“ – „Nein, dazu ist es jetzt zu spät …!“ jetzt ist Sonja richtig böse – Wer soll Frauen jäh verstehen???

Als wir 20 Minuten später gar liebliche schottische Rinder sehen, spricht Sonja endlich wieder mit mir: „Schau Rupert, da sind aber liebe schottischen Kühe ….!“ Natürlich bleibe ich sofort stehen …

Gott sei Dank sind wir bei unserer Rundreise auf der Isle of Skye heute noch einmal zu dieser besagten Straßenkreuzung mit dieser schönen, alten Brücke gekommen. Sonja hat gesagt, dass man hier eventuell ein schönes Bild machen könnte und ich habe Sonja selbstverständlich gerne aussteigen lassen, damit sie auch von der schönen, alten Brücke auch ein schönes Bild machen kann. Ich glaube, ich bin doch auch so ein kleiner Frauenversteher …

Skye Bridge

Planänderung: Ich will unbedingt, wenn ich schon mal in Schottland bin – Highland Games miterleben. Also geht es nach eingehender Recherche im Internet – über die Skye Bridge (natürlich ein Bild gemacht …) zurück auf das Festland. Es ist gar nicht so einfach, einen geeigneten Ort mit Highland Games zu finden – aber in Halkirk – im Norden Schottlands – doch ein paar Kilometer entfernt – soll morgen ein solches Festival stattfinden. Also nicht’s wie auf in den Norden – Bevor wollen wir allerdings noch ein paar Zwischenstopps machen …

Besuch beim Eilean Donan Castle - malerisch ...
Eilean Donan Castle
An der Westküste Schottlands geht es in Richtung Norden ...
Falls of Measach
Interessantes Erlebnis - Die Hängebrücke über dem Wasserfall ...
Ullapool: Standesgemäß - Fisch & Chips im Fischereihafen ... nur die Midges stören gewaltig ...
Gegen 22:00 Uhr erleben wir einen 5-Sterne-Sonnenuntergang ...
Eilean Donan Castle

Eine malerische und historisch sehr beeindruckende Burg mit Baubeginn um 1220. Nach einer sehr bewegten Geschichte diente die Burg auch in den letzten Jahren natürlich auch für viele Filme, wie zum Beispiel: Braveheard, Highlander, Prinz Eisenherz, James Bond – Die Welt ist nicht genug und viele andere mehr …

Eilean Donan Castle
GPS: N 57,27427°   W 5,51350°

Leider ist es bei unserem Besuch schon zu spät für eine Innenbesichtigung, also schauen wir uns die Burg von außen an und fahren dann weiter an der schottischen Westküste in Richtung Norden … 

Aus dem Reiseführer heraus gesucht, besuchen wir den Wasserfall „Falls of Measach“ – ca. 115 Kilometer von Eilean Donan Castle entfernt.
Wir werfen die Eintrittsgebühr in Kasten und haben dann den kurzen Wanderweg, den beeindruckenden Wasserfall und die noch mehr beeindruckende Hängebrücke ganz für uns alleine …

Falls of Measach 
GPS: N 57,75514°   W 5,02307°

Nach dem sehenswerten Wasserfall haben wir noch immer nicht genug für heute: Es ist 20:30 Uhr als wir Ullapool erreichen und unser Wohnmobil auf einem großen Parkplatz, auf dem man sicher übernachten könnte, abstellen.
Der 1541-Einwohner zählende Ort wurde 1788 als Hafen für die Heringsfischerei gegründet und genau wegen der Fische machen wir hier einen kurzen Zwischenstopp …

„The Seaforth“ soll ein legendäres Fischlokal mit einem der besten Fish & Chips-Spezialitäten an der Westküste sein.

Wir suchen uns unter den vielen Variationen im – Chippy, the Takeaway of the Year – unseren Favoriten aus und wollen standesgemäß direkt am Hafen diese Köstlichkeiten verschlingen. Allerdings machen wir hier zum ersten Mal Bekanntschaft mit den berühmt-berüchtigten Midges – deren weiblichen Vertreter uns unaufhörlich verfolgen und beißen wollen …
Wir pfeifen auf das romantische Hafenbankerl und verziehen uns ins halbwegs sichere Wohnmobil – My Womo is my Castle …

Ullapool 
GPS: N 57,75514°   W 5,02307°

Wir möchten heute noch so weit wie möglich kommen, darum starten wir nach den köstlichen Fish & Chips unser Wohnmobil und fahren auf einsamen Straßen in Richtung Nordküste …

Wir erleben auf der Fahrt einen Sonnenuntergang, der immer noch schöner wird.
Später fängt es zu regnen an, die Straßen sind schmal und die Sicht ist schlecht. Wir haben doch sehr viel erlebt heute und bevor ich zu müde und unkonzentriert werde, suchen wir einen Übernachtungsplatz. Natürlich kommt jetzt nichts Passendes daher …

Erst gegen 22:30 Uhr sehen wir Gott sei Dank mehrere Wohnmobile neben einem Gewässer stehen und parken auch unser Womo dort ein. Es gießt in Strömen und wir sind froh, endlich etwas gefunden zu haben …

Kyle of Durness - Keorldale Green
Wiese
Kostenlos
GPS: N 58,54913° W 4,77802°

Der Nordosten ...

Die weitere Route ...
Tag 9
Sa. 27.07.2019
Vormittag: Bewölkt + 23° C
Nachmittag: Leicht bewölkt + 25° C
Abfahrt: 09:15 Uhr - Ankunft: 18:30 Uhr
Reisezeit: 09 Stunden 15 Minuten
Kyle of Durness - Nordküste - Halkirk (Highland Games) - Dunnet Head Lighthouse
3211 - 3402 km (191 km)
Nordküste ...

Gestern bei der Ankunft hier in Kyle of Durness hatte ich keine Ahnung, wo ich momentan wirklich bin. Nach der herrlichen Sonnenuntergangsstimmung begann es so richtig zu geschüttet und die Fahrt auf den engen Straßen und bei schlechter Sicht war nicht wirklich lustig. Heute Morgen lässt der Regen Gott sei Dank langsam nach und ich kann die nähere Umgebung erkunden …

Wir befinden uns im Kyle of Durness – einem 8 Kilometer langem Küstenarm an der Nordküste Schottlands. Keoldale Green wird die riesige Bucht auch genannt, die bei entsprechender Ebbe zu einer riesigen Sandbank werden soll. Schön langsam wollen wir aber weiter – unser heutiger Plan: Gemütlich an der Nordküste entlang und am Nachmittag zu den Highland Games nach Halkirk – das habe ich ihm Internet gefunden und das will ich mir unbedingt ansehen …

Es ist eine schöne Fahrt entlang der Nordküste Schottlands. Es wird langsam schöner, zwar lässt sich die Sonne noch nicht sehen, aber zumindest regnet es nicht mehr. Wir bleiben öfters stehen: Türkisgrünes Meer, urige Felsformationen, dann wieder feinster Sandstand, neugierige Möwen und ebensolche Ehefrauen, ein ehemaliges Atomkraftwerk (Dournray), alte Friedhöfe, Kirchenruinen, verwunschene Häuser und vieles mehr erkunden wir auf unserer Entdeckungsfahrt .

Highland Games in Halkirk ...
Folkloristischer Tanzbewerb - erinnert an Ballett ...
Dieser Kraftprotz hat erwiesener Maßen unter dem Schottenrock etwas an ...
Halkirk Highland Games

Und dann sind wir endlich in Halkirk. Kennt das wer? Nein – macht nichts. Auf jeden Fall findet heute, hier und da die Halkirk Highland Games 2019 statt – und das wollte ich unbedingt sehen.
Es gibt ein paar Sachen, die ich unbedingt einmal in meinem Leben quasi erleben will und einmal bei einen, der vielen Highland Games in Schottland dabei zu sein, gehört definitiv dazu. Es war zwar gar nicht so leicht umzusetzen (entweder das Datum passte nicht oder die Games waren viel zu weit weg …) – aber jetzt ist es soweit: Wir sind in Halkirk und werden nun die Spiele besuchen …
Wir parken auf einer großen Wiese, die Wolken lichten sich und Sonja und ich traben voller Erwartung auf die hiesige Sportanlage zu …

Dudelsäcke an allen Ecken, Spiel- und Verkaufsbuden, Fahrgeschäfte, Versorgungszelte, Verkaufsstände, eine große ovale, abgesperrte Wiesenfläche auf der die verschiedenen Wettkämpfe, wie Tanzbewerbe, Rad- und Laufrennen, Musikbewerbe, Kinderbewerbe und natürlich die Heavies-Bewerbe, wie Baumstamm- und andere schwere Dinge durch die Gegend schmeißen, Farmers Walk und vieles mehr stattfinden …

Kurz gesagt: Ein großes Dorffest, wo ca. 3000 mehr oder weniger schottisch gekleidete Menschen auf den Socken sind …

Also mir gefällt es und das nicht nur wegen dem ausgezeichneten schottischen Rind und dem ebensolchen Bier: Es ist ein buntes Treiben mit lauter freundlichen Leuten. Die Tanzbewerbe in allen Altersklassen ziehen sich über den ganzen Tag und scheinen eine Mischung aus klassischem Ballett mit folkloristischem Hintergrund zu sein …
Sehr spannend die verschiedenen Radbewerbe rund um das Oval.
Highlights sind sicherlich die Heavies mit ihren schwergewichtigen Wettkämpfen. Unvorstellbar welche Gewichte sie durch heben, stemmen und durch die Luft wirbeln …

Auch Sonja gefällt es und das nicht nur wegen der muskelbepackten Männer. Man kann sich unauffällig unter die Leute mischen und ein bisschen die schottische Seele studieren und die allseits bekannte Frage über die vorhandene oder nicht vorhandene Unterwäsche unter dem Kilt scheint zumindest für diese sportlichen Highlander geklärt …

 

Highland Games Halkirk

Zwischengeschichtl – Der Brexit  …

Wie vieles im Leben interessiert mich Politik ebenfalls sehr. Allerdings halte ich mich öffentlich – also quasi auf meinen Internetseiten – aus Diskussionen tunlichst heraus. Darum sei zum britischen Brexit nur soviel gesagt, dass ich die Briten nicht verstehe. Wenn ich so nachdenke, verstehe ich auch die Amerikaner nicht, die ihren Präsidenten … – Stopp !!! Ich wollte mich ja aus der Politik heraus halten …

Jetzt haben wir auf unserer bisherigen Rundfahrt aber schon den Eindruck gewonnen, dass die Schotten dem Ausstieg aus der EU nicht sehr viel abgewinnen können. Zumindest haben sich die Schotten, mit denen wir gesprochen haben, eindeutig über die Engländer geäußert. Hier in Halkirk ist mir ein blauer Stand aufgefallen, auf dem groß YES und: „Any questions – Pleas just ask“ stand. Neugierig wie ich nun mal bin, habe ich mich bei den netten Schotten erkundigt, für oder gegen was sie hier stehen …

Als ich ihre Frage nach meiner Herkunft mit Österreich beantwortete, kannte ihre Begeisterung keine Grenzen mehr: Österreich – super, Schottland – super, EU – super — Brexit gar nicht super und Boris Johnson sowieso ganz sch…..
Ich habe dann ihre Liste – auf der geschätzte 100 Hackerl für und genau 6 gegen Boris waren – ebenfalls unterzeichnet, habe aus Solidarität mit ihnen und dem ausgezeichneten, schottischen Whisky Bruderschaft getrunken und meinen neuen schottischen Freunden versprochen, auf meiner Homepage für ihr Anliegen zu kämpfen – was ich hiermit erfüllt habe …

Schottisches Kennzeichen ... ;-))
Es geht zurück an die Nordküste ...
Dunnet Head Lighthouse ...
Dunnet Head Lighthouse

Nur schwer können wir uns von den Highland Games in Halkirk trennen, aber wir wollen noch zum nördlichsten Punkt der britischen Insel – nach Dunnet Head. Also rein ins Wohnmobil und zurück an die Küste …

Schon bei der Anfahrt sehen wir wieder eine teilweise beeindruckende Küste und natürlich – wie immer – viele Schafe …

Die gut 30 Kilometer lange Fahrt geht über enge Straßen nach Thurso und Castletown und danach zum Leuchtturm hoch …

Wir sind am Ende!

NEIN – nicht am Ende unserer Kräfte oder am Ende unserer Reise – nein, wir sind am nördlichsten Ende von Schottland und es ist wunderschön hier. Das Wetter, die Aussicht (wir sehen über den Pentland Firth rüber bis zu den Orkney-Inseln) und die Landschaft!

90 Meter steil stürzen die Klippen ins tosende Meer hinab und bei einem Spaziergang sehen wir unsere ersten Papageientaucher an Land und bizarre Felsennadeln, die aus dem Meer ragen, wie unheimliche Riesen …

Unser Womo steht am Parkplatz vor dem Leuchtturm, der übrigens nicht zu besichtigen ist. Hier übernachten Wohnmobil-Besatzungen aus Finnland, England, Italien, Deutschland, Norwegen und Frankreich und alle genießen den romantischen Sonnenuntergang …

… und das ist genau so ein Punkt, warum wir mit dem Womo unterwegs sind .

Parkplatz Dunnet Head Lighthouse
Asphaltiert
Kostenlos
Dunnet Head Halbinsel - nördlichster Punkt auf der britischen Insel
GPS: N 58,67043° W 3,37661°
Tag 10
So. 28.07.2019
Vormittag: Wechselhaft + 21° C
Nachmittag: Leicht bewölkt + 23° C
Abfahrt: 10:18 Uhr - Ankunft: 19:25 Uhr
Reisezeit: 08 Stunden 07 Minuten
Dunnet Head Lighthouse - Dunrobin Castle - Chanonry Point - Loch Ness
3402 -3514 -3604 -3659 km (257 km)
Dunnet Head: Morgendlicher Spaziergang über die Schafswiesen ...
auf der Fahrt in den Süden - Jubiläumskilometer ...

Völlig entgegen meiner ursprünglichen Natur und sonstigen Gepflogenheiten entwickle ich mich auf unseren Reisen immer mehr vom eklatanten Morgenmuffel zum Frühaufsteher …

Aber, wenn es so schön ist, wie hier am Dunnet Head kann man fast gar nicht anders, als raus und der Küste entlang, obwohl das Wetter eher wieder auf bewölkt umgeschlagen hat.

Das macht aber den Schafen und mir überhaupt nichts aus und so genieße ich den morgendlichen Spaziergang und sehe sogar ein paar Seehunde.

Sonntagsfrühstück mit einem perfekten Ei im Glas lässt die Wohnmobilseele noch einmal jubeln …

Anschließend fahren wir nach John o‘ Groats, das wegen dem Ende der End to End Route – oft als der letzte Punkt Schottlands bezeichnet wird, aber nur der nordöstlichste Punkt in Wirklichkeit ist …

Aber genug der Haarspaltereien –  außer man will zu den Orkney-Inseln – kann man sich den Besuch hierher wirklich sparen …
Deshalb fahren wir bei anscheinend, richtig schottischem Wetter weiter in Richtung Dunrobin Castle an der Ostküste Schottlands …

... einsame, verfallene Burg im Morgengrauen ...
Dunrobin Castle - erinnert eher an ein französisches Schloss ...
Dunrobin Castle: interessanter Blick in den Innenhof ...
Dunrobin Castle

Dunrobin Castle ist nicht nur Stammsitz des Earl of Sutherland, sondern mit 189 Zimmern das wohl größte Wohngebäude in den nördlichen Highlands.

Es erinnert uns eher an die Schlösser der Loire, als an die bisherigen, oft verfallenen Burgruinen Schottlands. Und auch das Motto vom Glan Sutherland lautet: SANS PEUR – franz.: ohne Angst – und erscheint auch so im Glan-Wappen …

Wir haben natürlich auch keine Angst und betreten das schöne Schloss und machen einen langen Rundgang durch viele, schön erhaltene Zimmer, genießen bei – inzwischen wieder warmen Sonnenstrahlen den schön angelegten Garten, schauen im Gartenmuseum in viele tote Augen von erschossenen Tieren und freuen uns dann wieder mehr über eine Falknereivorführung …

Dunrobin Castle
GPS: N 57,98442°   W 3,94709°

Dunrobin Castle – aus unserer Sicht also absolut empfehlenswert. Unseren nächsten Tipp haben wir von deutschen Freunden bekommen, die uns Chanonry Point empfohlen haben – hier kann man, mit einigem Glück Delphine beim Jagen zusehen … 

Hier sollen in dieser Meerenge des Moray Firth Delphine jagen. Zum Beispiel Lachse – beste Zeit im Frühjahr und Sommer soll so eine Stunde nach Ebbe sein.
Wir erkundigten uns daher im Internet über die Gezeiten hier: LINK
und dann nichts wie los – die Zeit wird knapp, um die ca. 90 Kilometer von Dunrobin Castle bis zu den Delphinen rechtzeitig zurück zu legen …

Chanonry Point

Als wir den Parkplatz am Chanonry Point erreichen, ist er bummvoll ….
Ich schicke Sonja los – vielleicht hat sie Glück und sieht die Delphine. Währenddessen ich im Wohnmobil mit angespannten Nerven auf einen freien Parkplatz lauere …

Nach 15 Minuten habe ich Glück – ich kann es kaum fassen und quetsche mich auf einen freigewordenen Parkplatz, nehme meine Füße in die Hand und sprinte vorbei am Leuchtturm zum Strand – wo sicherlich über hundert Menschen nicht auf mich – aber auf die Delphine warten …

Sonja kommt mir schon entgegen – schnell, schnell – sie sind gerade aufgetaucht. Schneller geht aber einfach nicht mehr. Völlig außer Atem erreichen wir den Strand und keine 20 Meter oder so vor uns sehen wir sie …

Delphine in freier Wildbahn beim Jagen. Ein Erlebnis sondergleichen. Nachdem sich mein Puls und mein Atem wieder beruhigt hat, versuche auch ich, die bemerkenswerten Tiere mit meiner Kamera einzufangen – gar nicht so leicht. Das Wasser ist sehr wellig und die Delphine tauchen meistens nur kurz auf …

Ich glaube (vor lauter Aufregung habe ich nicht auf die Uhr geschaut …) nach ca. einer halben Stunde sind die Delphine wieder weg und auch die Leute verlassen den Strand. Sonja und ich bleiben noch ein bisschen sitzen – nach diesem aufregenden Tag, haben wir heute nicht mehr allzu viel vor.

Danach fahren wir über die Kessock Bridge – wo man übrigens auch Delphine beobachten kann – in Richtung Iverness – Loch Ness – mal schauen, wie weit wir heute noch kommen werden …

... schwierige Parkplatzsuche am Chanonry Point ...
Chanonry Point: Hier warten Hunderte auf die Delphine ...

Zwischengeschichtl – Reiseglück …

Während zwischen den einzelnen Delphinsichtungen so am Strand unter den vielen Zuschauern stehen, erzählt mir ein netter Brite (übrigens Brexitgegner), dass er schon zum vierten Mal hier am Channonry Point auf Delphine hofft und erst heute zum ersten Mal das unbeschreibliche Glück hat, welche zu sehen. Gestern erzählte mir ein Einheimischer, dass der Dunnet Head Leuchtturm normaler Weise meistens in einer fast undurchsichtigen, weißen Nebelwand steckt – wir hatten blauen Himmel und Sonnenschein …

Ich denke mir oft, wir wissen gar nicht, wie glücklich und froh wir eigentlich sein sollten, dass wir das Alles erleben dürfen. Unvergleichliche Landschaften, egal wo in Europa – ein köstliches Essen auf der Insel Skye, die Highland-Games in Harkilk, Papageientaucher am Dunnet Head, ein gar wunderbares Wetter für Schottland und jetzt die Delphine –

Die Welt und das Leben sind einfach schön …..

Mystische Stimmung - wir sind am Loch Ness angelangt ...
... wir übernachten lieber in unserem Wohnmobil ...
Loch Ness

Das sagenumwobene Loch Ness empfängt uns vorerst wirklich mystisch und geheimnisvoll. So ein Seeungeheuer könnte man sich hier wirklich gut vorstellen …

Später bemerken wir natürlich auch die Spuren des Tourismus, aber als Tourist über Tourismus zu jammern – wäre sicherlich auch nicht richtig …

Wir suchen uns ein ruhiges Platzerl (Park4night) zum Übernachten etwas abseits der Hauptverkehrsströme an einem Sportplatz ..

Loch Ness - Parkplatz neben Sportanlage
Geschotteter Parkplatz
Kostenlos, Mistkübel
IV63 6WP Drumnadrochit
GPS: N 57,32983° W 4,48041°

Der Osten ...

... so geht es weiter ...
Tag 11
Mo. 29.07.2019
Vormittag: Leicht bewölkt + 23° C
Nachmittag: Leicht bewölkt + 25° C
Abfahrt: 10:05 Uhr - Ankunft: 20:05 Uhr
Reisezeit: 10 Stunden
Loch Ness - Urquhart Castle - Dallas Dhu Distillery - Cullykhan Bay
3659 - 3897 km (238 km)
Loch Ness: Urquhart Castle
Loch Ness: Urquhart Castle - Steinwurfmaschine
Loch Ness: Urquhart Castle
Urquhart Castle

Die Nacht verlief richtig ruhig abseits der Hauptstraße. Wir wollen uns heute nicht wirklich in das Tourismusgewühl am Loch Ness werfen, aber die Burg mit dem unaussprechlichen Namen: Urquhart Castle steht doch heute auf unserem Programm … 

Von unserem Übernachtungsplatz aus sind es nur ein paar Minuten hoch zur Burg. Hier herrscht schon in der Früh reger Andrang und so weist uns der Parkplatzwächter mangels freier Alternativen auf einen Behindertenparkplatz ein, direkt vor der Kassa. Als stolzer Besitzer des Historic-Scotland-Explorer-Pass dürfen wir die lange Warteschlange an den Kassen überholen und sehen zuerst im Besucher- und Souvenirladen einen Film über das Castle. Geschichtlich gewappnet genießen wir trotz der vielen Menschen die schön am Loch Ness gelegenen Burgruinen …

Urquhart Castle
GPS: N 57,32414°   W 4,44443°

Eine besuchenswerte Burg zweifellos, waren wir bis auf die Highland Games in Halkirk aber eher ruhige Gegenden gewohnt, so so ist hier am Loch Ness wesentlich mehr los. Der riesige Parkplatz voll und auch vom Wasser her kommen ständig Besucherboote.

Es ist zwar jetzt nicht mir der Salzburger Getreidegasse oder Hallstadt im Sommer zu vergleichen, aber trotzdem zieht es uns wieder in einsamere Gefilde und so machen wir an einem kleinen Loch eine Mittagspause und werden von einem romantischen Ziehharmonikakonzert umrahmt …

Dallas Dhu Distillery
Dallas Dhu Distillery

Auf dem Weg zurück zur Ostküste machen wir bei der Dallas Dhu Distillery Halt und besichtigen die 1983 stillgelegte Brennerei. Ausgerüstet mit einem deutschsprechenden Audio-Guide durchstreifen wir selbstständig die verschiedenen Gebäude und hören Wissenswertes über den schottischen Whisky und seine Erzeugung …

Dallas Dhu Distillery
GPS: N 57,58920°   W 3,61390°

Zwischengeschichtl – Das Wetter …

Das schottische Wetter ist so ähnlich wie das irische Wetter: Es regnet gerade – oder: es hat gerade geregnet – oder: es wird bald regnen. Man könnte andersrum auch sagen: Es ist gerade schön – oder: es war gerade schön – oder: es wird gerade wieder schön …

Jetzt haben wir bei unseren Reisen mehr Glück als Verstand: Zweimal örtliche Hitzewelle in Norwegen mit bis zu + 30° C und fast kein Regen; das Gleiche bei unserer Irlandrundreise und auch heuer bei dieser Schottlandreise ist es nie lange schlecht oder regnet es lange. An dem Spruch: „Wenn Engel reisen, wird sich das Wetter weisen …“ muss wohl schon etwas dran sein …

Wir sind aber natürlich auf jedes Wetter in dem jeweiligen Land vorbereitet und es würde nicht so viel ausmachen, wenn es nicht so schön wäre, wie es eben ist. Allerdings haben wir hier in der Dallas Dhu Distillery einen Schotten getroffen, der auf Grund langjährigen Aufenthaltes in Deutschland perfekt unsere Sprache spricht und mit den diesjährigen warmen Temperaturen um die + 25° C gar nicht einverstanden ist. Bei einem Gläschen Whisky erzählt er uns, dass diese heißen Temperaturen überhaupt und gar nicht auszuhalten seien – isn’t it? Ihm fehlt der schottische Regen oder Schnee wäre auch noch besser, als diese extreme Hitze …

Zu Hause, berichten unsere Kinder, haben sie derzeit über + 30° C – es ist schon schön, dass es hier in Schottland derzeit so angenehm ist …

Fahrt durch kleine Dörfer an der Ostküste Schottlands ...

Wir haben es heute wieder einmal gar nicht eilig: Loch Ness wurde umrundet und bis zur Destillerie waren es dann so ca. 130 Kilometer. Bis zu unserem abendlichen Ziel – Cullykhan Bay – sind es laut Navi noch einmal gut 100 Kilometer – also kein Stress.

Durch kleine Dörfer fahren wir weiter und entdecken auf der Strecke einen wunderschönen Sandstrand, namens Inverboyndie Beach, den wir spontan für einen ausgiebigen Spaziergang und bei der Hitze für ein kleines Bad nützen …

Auf unserem ausgiebigen Spaziergang treffen wir Elvis (ja, er lebt anscheinend noch …).

... leichte Irrfahrt zur Cullykhan Bay
... geht es hier zur Cullykhan Bay?
Endlich geschafft: Cullykhan Bay ...
Spaziergang runter zur Cullykhan Bucht ...
Cullykhan Bay

Auf der Suche nach unserem Übernachtungsplatz – aus dem Reiseführer: “ Mit dem Womo nach …“ vertrauen wir Susi III, unserem Navi und biegen auf einen Waldweg ein. Wie es meistens in diesen Fällen ist, wird der Schotterweg immer enger und enger, es geht bergab, die Äste hängen herein und nach einer Kurve schaut es nicht so aus, als ob wir hier wirklich richtig sind. Hier stimmt etwas nicht …

Susi sagt nach links – hier wird aber die Straße für unser Wohnmobil unpassierbar. Mein Instinkt sagt nach rechts – aber hier ist laut Susi gar kein Weg. Also lassen wir das Fahrzeug erstmals im Wald stehen und begeben uns zu Fuß auf den linken Weg, der nach ca. einem Kilometer vor einem einsamen Bauernhof mit einem relativ scharf aussehenden, kläffenden Hund, endet. Von unserem schönen Übernachtungsplatz in der Cullykhan Bucht ist weit und breit nichts zu sehen. Also retour und den rechten Weg genommen …

Der ist zwar sehr schmal, führt wieder bergauf – ist aber – wie sich herausstellt – der richtige Weg …

… da liegt sie vor uns: Die Cullykhan Bucht – auch als Geheimtipp tituliert – zwischen zwei grünen Hügeln. Auf den Wiesen oberhalb grasen Schafe, von unten grüßt der weiche Sandstrand – ein Idyll. Wir parken etwas schief auf einem Schotterparkplatz und spazieren runter zum Strand …

Wieder einmal haben wir einen wunderschönen Übernachtungsplatz, genauso wie wir ihn lieben, gefunden. Einsame Küste – blau-türkises Meer – Klippen. Es gibt sie noch und es sind gar nicht so wenige – die Traumplätze. Man muss nur sorgfältig mit ihnen umgehen. Da meine ich jetzt nicht, dass man sie geheim halten muss, ich bin absolut der Meinung, dass auch andere Wohnmobilfahrer das Recht haben, in diesen Genuss zu kommen. Aber wir müssen uns schon bewusst sein, dass wir es der Natur und den Bewohnern schuldig sind, diese Plätze mit Respekt und Hausverstand zu benützen und auch wieder zu verlassen …

Am Abend wird es dann -ich sage dann immer: „fast kitschig“ – weil mir hier die Worte fehlen. Das Abendrot senkt sich über die Küste und die Felsen beginnen zu glühen …

Genießen heißt die Devise: Die Einsamkeit – die Landschaft – die Stimmung, das Abendessen und das Leben …

Parkplatz Cullykhan Bay
Geschottert mit Baumstämmen untergliedert
Kostenlos, Mistkübel
In der Nähe von Pennan
GPS: N 57,68421° W 2,27701°
Tag 12
Di. 30.07.2019
Vormittag: Nebelig auf heiter + 25° C
Nachmittag: Leicht bewölkt + 26° C
Abfahrt: 10:34 Uhr - Ankunft: 22:44 Uhr
Reisezeit: 12 Stunden 10 Minuten
Cullykhan Bay - Dunnottar Castle - Balmoral Castle - Pitlochry Faskally Forest
3897 - 4024 - 4100 - 4177 km (280 km)
Morgendlicher Nebel in der Cullykhan Bay ...
... das wäre der richtige und einfache Weg zur Cullykhan Bay gewesen ...
Schottland ist eines der windigsten Länder der Erde ...

Nebel liegt über dem Land, man hört die armen, verfluchten Piratenseelen durch die Felsspalten schreien – mir macht das nichts: Ich habe heute Geburtstag und außerdem verziehen sich die Nebelschwaden wieder rasch …

Über den richtigen Weg (nicht über den zugewachsenen Waldweg wie gestern) verlassen wir diesen schönen und einsame Ort und fahren dem Süden entlang der Küste entgegen …

Schottland ist eines der windigsten Länder der Erde, dessen muss man sich bewusst sein, wenn man dieses schöne Land besucht 

fast kitschige Aussicht auf Dunnottar Castle
Natur pur ...
Dunnottar Castle - Modell
Dunnottar Castle - malerisch gelegen ...
Dunnottar Castle

Ist das nicht ein herrliches Bild – nach ca. 120 Kilometer auf engen Straßen entlang der Küste, empfängt uns die Burg mit einem so farbprächtigem Blumenmeer und auch die Burg selber liegt so richtig geil auf einem Felsen, dass uns fast der Atem weg bleibt …

Wir sind noch immer nicht „Castle-müde“ – obwohl wir schon einige Burgen und Schlösser besichtigt haben. Wir interessieren uns immer noch für die Geschichte der ehemaligen Bewohner, die sich meistens um Kriege aus der Wikingerzeit bis ins 18./19. Jahrhundert dreht …

Jede Burg hat dann noch zusätzlich ihre eigene Geschichte oder Geschichterl, so wurden zum Beispiel in Dunnottar die schottischen Kronjuwelen versteckt …

So einzigartig malerisch Dunnottar Castle auf dem Felsen liegt, so grausam muss es aber früher auch zugegangen sein. Im Verlies „Whing’s Vault“ mussten im Jahre anno 1685 – 122 Männer und 45 Frauen zwei Monate gefangen aushalten, weil sie Protestanten waren. Sie mussten sich das Essen von den Wärtern erkaufen – sanitäre Anlagen gab es in dem ca. 50 m² großem Raum nicht. Die meisten dieser Menschen starben bei dieser Gefangenschaft, bei Fluchtversuchen oder später bei der Deportation nach New Jersey …

Wir verbringen viel Zeit in dieser schönen Burg, danach geht es weiter am Stonehaven War Memorial vorbei in das Landesinnere. Wir wollen heute noch bei der Queen vorbeischauen. Mal sehen, ob sie schon auf ihrem Sommerwohnsitz eingetroffen ist …

Wir schweben – nicht über den Wolken – aber trotzdem auf unserer Urlaubsreise durch Schottland gut 70 Kilometer in Richtung Balmoral Castle, dessen großen Parkplatz wir kurz nach 16:15 Uhr erreichen …

Balmoral Castle: Morgen soll die Queen anreisen - wir sind heute schon da ...

Zwischengeschichtl – Wohnmobilisten …

Es gibt solche oder solche Menschen, es gibt auch solche oder solche Wohnmobilreisende und die könnten oft unterschiedlicher nicht sein. Das sieht man alleine schon an der Tatsache, dass die einen für die Übernachtung die Benützung von Campingplätzen bevorzugen, andere suchen von Gemeinden eingerichtete Stellplätze, ganz andere – so wie wir – stehen am liebsten alleine und einsam irgendwo am Klippenstrand …

Wenn es gar nicht anders geht, dann stellen wir uns auch in eine Parkbucht, die für Wohnmobile ausgewiesen ist und der Abstand ist halt dann mal nicht so groß, wie es angenehm wäre. Jammern könnte ich deswegen auch nicht – wie es ist, so ist es …

Jetzt kam am königlichen Parkplatz vor dem Balmore Castle ein belgisches Wohnmobil daher und stellte sich genau zwischen einem anderen und unserem Wohnmobil hinein. So weit – so gut, bis die belgische Beifahrerin aus dem Fahrzeug plumpste. Ich will nicht unmanierlich wirken, aber mir fällt leider kein anderer Ausdruck ein: Die Dame hatte gut 100 kg – was ich zuerst als positives Zeichen wertete – denn die meisten Damen – zumindest die paar, die ich kenne, die in dieser Gewichtsklasse unterwegs sind, haben ein gar sonniges Gemüt – nicht so die Belgierin. Sie plumpste aus dem Fahrzeug und fing auf englisch wie ein Rohrspatz zu schimpfen an. Ich sollte weiter rüber fahren, damit wir nicht so eng stehen müssen, es wäre noch genug Platz …
Irgendetwas musste ich hier falsch verstanden haben: Die Dame kam nach uns an, stellte sich zwischen zwei Wohnmobile auf den dafür gekennzeichneten Platz und wollte dann, dass ICH weiter nachts rechts rücken sollte? … Und das in einem Ton, der andere das Fürchten lehren könnte …

Ich habe rein gar nichts gegen Belgier, ich habe ebenso wenig nichts gegen schwergewichtige, weibliche Wrestlingtypen – aber was mir zu viel ist, ist mir zu viel: Ich fragte die Dame, die mich irgendwie – ich weiß auch nicht warum – an die Miss Piggy aus der Muppetshow erinnerte – was ihr Problem sei. Ich stehe zwischen den vorgesehenen Parklinien, das passt für uns so und fertig!“

Es gibt nicht nur Menschen, die sich verstehen auf dieser Welt … ich grüße trotzdem immer noch fast alle Wohnmobilfahrer während der Fahrt oder wenn ich aussteige ..

Eingang zum Balmoral Castle, dem Sommersitz der Royales ...
Balmoral Castle - Memorial
Balmoral Castle
Balmoral Castle

Morgen oder übermorgen soll die königliche Familie auf ihrem Sommersitz in Balmoral Castle eintreffen und wir sind wirklich spät dran, um 17:00 Uhr wird abgesperrt. Wir können nur einen kurzen Blick auf da Schloss erhaschen und nützen dann aber die Zeit, für einen ausgiebigen Spaziergang außerhalb des Schlosses …

Sollen wir heute hier in Balmoral übernachten und auf die Besichtigung des Schlosses oder gar auf die Königin warten? Ersteres soll das, was man vom Schloss innen zu sehen bekommt, gar nicht so prickelnd sein und wenn zweiteres eintrifft, dann ist es mit dem Besuch von Balmoral Castle sowieso vorbei, außerdem gefällt mir die belgische Nachbarin nicht sonderlich ..

Also fahren wir auf der Old Military Road und entlang des Flusses Dee in ein herrliches Tal in den Highlands, um anschließend nach ca. 80 Kilometer, in Pitlochry auf zu schlagen …

Mit „Ceud mìle fàilte“ heißt uns Pitlochry herzlich willkommen. Wie sooft auf unseren Reisen landen wir zufällig hier – aber es gefällt uns, also bleiben wir. Wir spazieren durch die Straßen und finden „The Old Mill Inn“ – quasi eine alte Mühle mit gemütlichem Gastgarten, wo wir hängen bleiben. Heute steht mein Geburtstagsessen auf dem Programm – mal sehen, was es so geben wird …

Pitlochry
Haggis muss ich einmal probiert haben und es schmeckt in der Whiskysauce richtig gut ...

Zwischengeschichtl – Kulinarische Spezialitäten …

HAGGIS – ist eine schottische Spezialität und besteht laut Wikipedia aus dem Magen eines Schafes, der mit Herz, Leber, Lunge, Nierenfett, Zwiebel und Hafermehl gefühlt, sowie mit Pfeffer scharf gewürzt wird ….

Nie, nie, nie!!!! ICH mag keine Innereien und keinen Schafsmagen. Ich esse oder probiere zwar alles Mögliche, liebe ganz verschiedene Sachen, wie zum Beispiel Weinbergschnecken, Garnelen oder Reh – aber Innereien, niemals nicht – davor graust mir eigentlich …

Allerdings …

Allerdings habe ich heute Geburtstag, habe mich auf historischen Boden der Königin of England begeben und habe eine belgische, 100-kg-Bombe überlebt – außerdem, wenn ich schon mal in Schottland bin, könnte ich – mutig wie ich nun mal bin –

Ich habe mich getraut und habe es probiert, wirklich – HAGGIS – und es war einfach, ja wirklich KÖSTLICH, also richtig gut: Als Vorspeisen-Turm mit gerösteten Wurzeln, feinem Püree und Haggis in absolut leckerer Whisky-Cream …

Danach gab es als Hauptspeise ein (Original): Chargrilled Leg of Perthshire Lamb Steak – Grilled with rosemary butter, served with dauphinoise potatoes & ratatouille mit Nachspeise und als Geburtstagsdraufgabe einen Edradour-Whisky aus der Gegend …

So kann der Urlaub weiter gehen …

Faskally Forest

Es wird spät in Pitlochry – trotzdem finden wir ganz in der Nähe einen sehr ruhigen Übernachtungsplatz, abseits der Hauptstraße, an einem kleinen See, mitten im Wald (Faskally Forest) – wunderbar …

Pitlochry
Schotterparkplatz, einsam am kleinen See gelegen, Mistkübel
Kostenlos
Faskally Forest
GPS: N 56,71164° W 3,76385°

Schreibe einen Kommentar